Montag, 23. Oktober 2006

Innenpolitik

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Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP

Bundespräsident Heinz Fischer hat am 11. Oktober den Vorsitzenden der stimmenstärksten Partei, SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, mit der Regierungsbildung beauftragt. Laut Endergebnis der Nationalratswahlen 2006 erhielt die SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) 35,3 % der Stimmen (68 Mandate), die zweitplazierte ÖVP (Österreichische Volkspartei) unter Parteiobmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel kam auf 34,3 % (66 Mandate).
Das Staatsoberhaupt erklärte dazu, es wünsche sich eine „stabile Regierung, die sich auf die Mehrheit im österreichischen Nationalrat stützen kann“. Demgemäß nahmen die beiden Großparteien erste Koalitionsgespräche zur Bildung einer neuen Regierung auf. Angeführt werden die Teams der „großen“ Verhandlungsrunden von den Parteichefs Gusenbauer und Schüssel. Auf deren Agenda stehen u.a. Finanzen sowie Außen- und Europapolitik. Geeinigt hat man sich bereits auf die Erstellung eines gemeinsamen Finanzplanes sowie auf die Einrichtung von thematischen Untergruppen, in denen unter anderem die Bereiche Wirtschaft, Beschäftigung, Forschung, Bildung, Soziales, Gesundheit, Frauen, Integration, Kultur, Umwelt und Energie erarbeitet werden sollen.
Der Bundespräsident gab seiner Erwartung Ausdruck, dass die künftige Regierung die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes absichern möge, gleichzeitig aber auch auf die soziale Symmetrie Bedacht nehmen solle. ■

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Wien: Festakt zum 50. Jahrestag des Ungarn-Aufstandes 1956

Die Staats- und Regierungsspitzen Ungarns und Österreichs haben am 17. Oktober bei einem gemeinsamen Festakt im Wiener Austria Center des 50. Jahrestages der ungarischen Revolution 1956 gedacht, deren Beginn sich am 23. Oktober jährt. An der Veranstaltung nahmen auch zahlreiche andere hohe Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur teil.
Gewürdigt wurde unisono die Rolle des jeweils anderen Landes bei den dramatischen Ereignissen des Ungarn-Aufstandes vor 50 Jahren. Der 1956 von russischen Panzern niedergewalzte Freiheitskampf forderte mehr als 2000 Todesopfer. Innerhalb weniger Monate flüchteten 180.000 Menschen über die geöffnete Grenze nach Österreich und fanden dort Aufnahme. Rund 15.000 Flüchtlinge blieben dauerhaft hier.
Nach den Jahrzehnten kommunistischer Herr¬schaft säßen „Ungarn und Österreich wieder im selben Boot“, da beide heute „gleichberechtigte Mitglieder der europäischen Familie“ seien, sagte Bundespräsident Fischer in seiner Ansprache. Zwar habe der sowjetische „Panzer-Kommunismus“ vor 50 Jahren die Macht in Ungarn zurückerobert, zugleich aber auch eine „schwere moralische Niederlage“ erlitten, betonte Fischer.
Der ungarische Staatspräsident Laszlo Solyom lobte in seiner weitgehend auf Deutsch gehaltenen Rede mit enthusiastischen Worten das österreichische Engagement von 1956. „Österreich, Staat und Volk, haben eine so hohe moralische Leistung erbracht, die bis heute als Beispiel gilt“, unterstrich Solyom.
Solyom verlieh Bundespräsident Fischer und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die höchste ungarische Auszeichnung – das Großkreuz des Verdienstordens mit der Kette bzw. das Großkreuz des Verdienstordens.
Bei den zentralen Gedenkfeiern am 22. und 23. Oktober in Budapest ist Österreich durch Bundespräsident Fischer vertreten. ■

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Österreich begeht am 26. Oktober seinen Nationalfeiertag

Der österreichische Nationalfeiertag am 26. Oktober wird traditionsgemäß mit zahlreichen Veranstaltungen begangen. Parlament, Ministerien, kommunale Einrichtungen, Museen und Theater öffnen ihre Tore für die Bevölkerung. Erstmals gibt es heuer auch einen Tag der Offenen Tür beim Bundespräsidenten in der Wiener Hofburg.
Staats- und Regierungsspitze nehmen in der Krypta im Äußeren Burgtor eine Kranzniederlegung vor. Dann tritt im Bundeskanzleramt die Regierung zu einem Sonderministerrat zusammen. Das Bundesheer präsentiert sich mit Leistungsschau und Angelobung neuer Rekruten auf dem Heldenplatz. Zu Mittag findet in der Staatsoper ein „Konzert für Österreich“ statt.
Der Nationalfeiertag erinnert an das Verfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 über die Neutralität Österreichs und an das Ende der alliierten Besatzung. ■

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Kanzler Schüssel bei informellem EU-Gipfel in Lahti

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nahm am 20. Oktober am informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs im finnischen Lahti teil.
Zentrales Thema des eintägigen Gipfels war die künftige Energie-Außenpolitik der EU, insbesondere gegenüber Russland. Die EU, die rund ein Viertel ihrer Öl- und Gasimporte aus Russland bezieht, verlangt eine stärkere Öffnung der russischen Energiemärkte bzw. Versorgungssicherheit und Rechtssicherheit für westliche Investoren. Präsident Vladimir Putin ließ bei einem gemeinsamen Abendessen mit den EU-Chefs allerdings offen, ob der Energiebereich Teil des neuen Rahmenabkommens zwischen Russland und der EU sein werde.
Bundeskanzler Schüssel sprach sich für eine „funktionierende Partnerschaft“ und „berechenbare und stabile Beziehungen“ mit Russland aus. Dabei gehe es sowohl um Energiefragen, als auch um Russlands Einbindung in außenpolitische Themen wie Nahost, Iran, Nordkorea oder Kosovo, so Schüssel. ■

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Österreich gratuliert neuem UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon

Der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon (62) wurde am 13. Oktober zum Nachfolger von UNO-Generalsekretär Kofi Annan ernannt. Ban tritt sein Amt am 1. Jänner 2007 an.
Die Berufung Bans zum achten UNO-Generalsekretär wurde weltweit begrüßt. Der Südkoreaner gilt als ein Mann des Ausgleichs und der Harmonie. Auch Außenministerin Ursula Plassnik gratulierte dem neuen UNO-Chef: „Seine langjährige Erfahrung und exzellenten Kenntnisse, die er sich durch seine Arbeit im Dienste der Vereinten Nationen erworben hat, werden der UNO und damit uns allen zugute kommen“, teilte Plassnik in einer Aussendung (14. Oktober) mit. Besonders erfreulich sei, „dass wir in Ban Ki Moon einen Freund und Kenner Österreichs haben, der den UNO-Sitz in Wien und dessen Bedeutung aus eigener Erfahrung kennt. Er ist damit ein Garant für die weitere Vertiefung der Beziehungen zwischen den Vereinten Nationen und Wien“, so Plassnik.
Ban hat ein „sehr positives“ Verhältnis zu Österreich. In den Jahren 1998 bis 2000 war der Südkoreaner Botschafter in Wien. 2001 erhielt er das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich. ■

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Außenministerin Plassnik: würdigt Friedensnobelpreisträger Yunus

„Mit Muhammad Yunus wird nicht nur ein inter¬national anerkannte Ökonom geehrt, sondern auch ein beherzter Anwalt der Armen“ würdigte Außenministerin Ursula Plassnik am 13. Oktober den Träger des Friedensnobelpreises 2006. Plassnik wies darauf hin, dass die Idee der „Mik¬rofinanzierung“ durch Kleinstkredite für ärmere Bevölkerungsgruppen auch Teil der österreichi¬schen Entwicklungspolitik sei.
Kerngedanke des mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Gründers der Grameen Bank aus Bangladesch, Muhammad Yunus (66), ist die gezielt Förderung von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. In den letzten 30 Jahren wurden mit diesen Kleinstkrediten weltweit unzählige Betriebe gegründet, Arbeitsplätze geschaffen und damit nachhaltig zur Stabilisierung von Volkswirtschaften beigetragen. ■

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Zyperns Außenminister Lillikas zu Arbeitsbesuch in Wien

Zypern werde sich „flexibel und kreativ“ bei den Verhandlungen mit der Türkei verhalten, damit die von der finnischen Ratspräsidentschaft eingeleitete Initiative zu einem Ergebnis führen könne, betonte Zyperns Außenminister Georgios Lillikas am 18. Oktober im Anschluss an ein Arbeitsgespräch mit Außenministerin Ursula Plassnik in Wien. Man strebe nicht nach einem politischen Sieg, sondern nach einem fairen Resultat und einem Gewinn für Zypern, die Türkei und die EU. Der Ausgang der Verhandlungen hänge nun von der Türkei ab.
Der Kompromissvorschlag der EU sieht eine Übergabe der türkisch besetzten ostzypriotischen Stadt Famagusta an die UNO vor. Die griechisch-zypriotische Regierung solle danach dem direkten Handel der türkischen Zyprioten über den Hafen von Famagusta zustimmen. Als Gegenleistung sollte Ankara einige türkische Häfen und Flugplätze für zypriotische Schiffe und Flugzeuge öffnen.
Plassnik warnte im Falle eines negativen EU-Fortschrittberichts vor einem Stillstand. ■

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OeNB: Rekorderträge für österreichische Unternehmen im Ausland

Zum Jahreswechsel 2004/2005 hatten österreichische Investoren 49,8 Mrd. Euro in strategischen Firmenbeteiligungen veranlagt, während der Wert ausländischer Beteiligungen in Österreich 45,8 Mrd. Euro betrug. Infolge massiver Neuinvestitionen im Jahr 2005 erwarten Experten für das Gesamtjahr 2005 einen Aktivbestand von 57,5 Mrd. Euro. Auf der Passivseite dürften 52,7 Mrd. Euro zu Buche stehen. Das geht aus einer Publikation der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) über österreichische Direktinvestitionen hervor, die am 16. Oktober präsentiert wurde. „Österreich hat nach 1990 einen bemerkenswerten Aufholprozess gezeigt und weist seit 2003 eine aktive Investitionsposition auf“, betonte OeNB-Direktor Peter Zöllner.
Besonders erfreut zeigte sich Zöllner angesichts der Ertragsentwicklung: Mit Gewinnen von 4,2 Mrd. Euro verzeichneten die Auslandstöchter in heimischem Besitz 2004 einen signifikanten Gewinnsprung von 1 Mrd. Euro. Obwohl auch die Erträge der ausländisch beeinflussten Unternehmen in Österreich deutlich zulegen konnten, ergab sich zum zweiten Mal in Folge ein Ertragsüberschuss der österreichischen Volkswirtschaft. „Besonders gut war die Ertragsentwicklung in Mittel- und Osteuropa, wo in einigen Ländern sogar zweistellige Renditen erzielt werden konnten“, betonte Zöllner.
Österreich sei längst Spitzenreiter bei Investitionen in Zentral- und Mitteleuropa. Dies gelte auch im Hinblick auf die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union. „Österreich dürfte zum Zeitpunkt des EU-Beitrittes von Bulgarien und Rumänien in beiden Ländern Investor Nummer Eins sein. Dies unterstreicht die Bedeutung der EU-Erweiterung für die heimische Wirtschaft“, so Zöllner.
Im ersten Halbjahr 2006 wurden hingegen mit 1,2 Mrd. Euro geringere Nettoinvestitionen verzeichnet. Grund dafür waren Restrukturierungen und Konsolidierungen. ■

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OECD: Abgabenquote in Österreich spürbar gesunken

Die Abgabenbelastung in Österreich ist zuletzt deutlich zurückgegangen: 2005 lag der Anteil der Steuer- und Sozialabgaben am heimischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei 41,9 %, nach 42,6 % im Jahr davor. Getragen wurde dieser Rückgang durch eine geringere Besteuerung der Einkommen und Unternehmensgewinne, wie einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu entnehmen ist. Mit einem BIP-Anteil von 12 % bei Einkommens- und Unternehmenssteuern lag Österreich im Vorjahr einen Prozentpunkt unter dem OECD-Durchschnitt. ■

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Österreichs Kongresstourismus auf Rekordkurs

Internationale Kongresse erweisen sich für die heimische Tourismusindustrie als immer größeres Geschäft. Kongress-Teilnehmer geben vor Ort im Schnitt 360 Euro pro Kopf und Tag aus, fast doppelt soviel wie der klassische Sommergast. Allein in der „Kongress-Hochburg“ Wien werden 2007 drei internationale Großkongresse abgehalten. Zum Kardiologen-Kongress etwa werden bis zu 32.000 Teilnehmer erwartet.
Heuer hat die EU-Präsidentschaft mit ihren 150 Kongressen und Tagungen Österreich Einnahmen von über 120 Mio. Euro beschert, die Wertschöpfungseffekte nicht mitgerechnet.
Als Destination des Kongresstourismus lege Österreich kontinuierlich zu, lauten Prognosen unter Hinweis auf Zahlen der letzten Jahre. Anlässlich der „access“, der Messe für den Kongress-Tourismus in der Wiener Hofburg Anfang Oktober, wurde von den Vertretern der heimischen Tourismusbranche der internationale Spitzenplatz Österreichs herausgestrichen: Demnach liegt Österreich in der Statistik der International Congress and Convention Association (ICCA) auf Länderebene auf Platz 9. Wien rangiert weltweit zum zweiten Mal Platz 1, noch vor den Städten Singapur und Barcelona.
Standortvorteil hat Österreich durch exzellente Hotel- und Verkehrsinfrastruktur sowie durch hohe Sicherheitsstandards. ■

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23 österreichische Firmen unter Europas Top 500

Unter den 500 am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas befinden sich 23 österreichische Firmen. Laut „Europe´s 500“-Ranking sind das die EVN AG (Platz 6), AT&S (Platz 49) und Andritz (52). ■

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Franz Liszt-Konzerthaus in Raiding (Burgenland) eröffnet

Mit einem großen Festakt wurde am 15. Oktober das neue Franz Liszt-Konzerthaus in Raiding (Burgenland), der Heimatgemeinde des Komponisten, seiner Bestimmung übergeben. Zur Eröffnung des nach einem Entwurf des niederländischen Ateliers Kempe Thill errichteten Hauses, dessen Herzstück der bis zu 600 Besucher fassende Konzertsaal bildet, wurde das rund elfminütige Werk „LISZ(:T)RAUM“ des burgenländischen Komponisten Gerhard Krammer uraufgeführt. Das Zusammenspiel dreier Pianisten auf drei historischen Klavieren in Bayreuth, Luxemburg und im Liszt-Geburtshaus in Raiding wurde per Videostream in den Konzertsaal übertragen, wo drei Perkussionisten (Marimbaphon, Vibraphon) ihren Part live spielten.
Das neue Liszt-Konzerthaus ist aus einem Wettbewerb hervorgegangen, an den 150 Architekten aus 11 Nationen teilnahmen. Ein sehr zurückhaltender, klarer und symmetrischer Baukörper charakterisiert das Projekt. Ruhige weiße Oberflächen und großzügige Verglasungen dominieren den Bereich im Erdgeschoß. Der kühle Dreiklang aus weißen Wandflächen, Glasflächen und Holzelementen ergänzt ideal das nahe gelegene Geburtshaus des Komponisten, erdrückt es nicht. Der Konzertsaal selbst wurde unter der Beratung von „Akustikpapst“ Karlheinz Müller aus München gebaut und ist mit seinen großflächig, konkav gewölbten, hölzernen Wandflächen auch ideal für Kammermusik gedacht. Die Gesamtkosten für die traumhaft schöne, puristische Konstruktion betrug 6,8 Mio. €. Die Phasen der Entstehung beleuchtete eingangs ein Film des ORF Burgenland.
Nach der ökumenischen Segnung des Hauses durch Diözesanbischof Paul Iby bewies Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl in seiner Rede große Kenntnis von Leben und Werk des Weltbürgers Franz Liszt (1811-1886) und betonte auch die offene Rolle des Bundeslandes in Bezug auf seine vielfältigen Sprachen und Kulturen, die die einzigartige Identität und den geistigen Reichtum des Landes ausmachten.
In seiner Eröffnungsrede bezog sich Bundespräsident Heinz Fischer auf Mozart und Liszt, deren europäische Musik revolutionär und nicht begrenzt durch eine nationale Komponente gewesen sei. Hinsichtlich Raiding meinte er, es sei eine gute Entwicklung, dass sich in Österreich Festivals in wachsendem Maße auch dezentral und abgesetzt von Ballungsräumen positionier¬ten.
Schauspieler Peter Simonischek las aus ausgewählten Briefen von Franz Liszt, die Schlaglichter u.a. auf seine revolutionäre Klavierleidenschaft und seine Liebe zu seinem burgenländisch-ungarischen Lebensraum warfen. Der Präsident der britischen Liszt-Gesellschaft, Leslie Howard, der das Klavierwerk des neben Joseph Haydn größten Komponisten aus dem Burgenland auf CDs umfassend eingespielt hat, begeisterte mit einem Liszt-Recital.
Von 15. bis 22. Oktober war das neue Konzerthaus schon Stätte des 1. Franz Liszt-Festivals unter dem Titel „Liszten in Raiding“. Am 4. November wird ein Konzert mit der erkrankten österreichischen Mezzo-Sopranistin Angelika Kirchschlager nachgeholt.
Umjubelt wurde das Spiel im ausverkauften Haus des in Wien lebenden russischen Pianisten Oleg Maisenberg, der Franz Schuberts letzte Sonate B-Dur (D 960) und Franz Liszts Sonate h-moll interpretierte. In Zukunft werden wohl alle Spezialisten des Werks von Liszt und von (hoch)romantischer Musik in Raiding gastieren: Unter der künstlerischen Leitung von Liszt-Konzerthaus-Bauherrn Walter Reicher – seit nahezu 20 Jahren Triebkraft von Eisenstadt als weltweitem Focus der Haydn-Pflege – soll das neue Konzerthaus zum Zentrum der internationalen Liszt-Pflege und das Konzerthaus ein Angel¬punkt für eines der international führenden Festivals auf dem Gebiet der klassischen Musik werden, wobei die revolutionäre Rolle Liszts bis ins 21. Jahrhundert gedacht wird – wie das die Eröffnung einleitende avantgardistische Werk von Liszts jungem burgenländischen Kollegen schon gezeigt hat. ■

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Austrian Dance Days in Tel Aviv

„Tanz ist eine Sprache, die wie Musik über Landesgrenzen und Sprachbarrieren hinaus verstanden wird. Die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Israel auf dem Gebiet des Tanzes lag auf der Hand, da es in Israel – wie in Österreich – eine sehr lebendige zeitgenössische Tanzszene gibt“. Dies sagte Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak am 16. Oktober anlässlich der Eröffnung der Austrian Dance Days in Tel Aviv.
Am Auftakt des Festivals nahmen zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens Israels, unter ihnen der Minister für Tourismus, Isaac Herzog, und der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, teil. In einer Grußbotschaft würdigte Ministerpräsident Ehud Olmert die engen Beziehungen zwischen Österreich und Israel auf dem Gebiet der Kultur. Wie Morak weiters ausführte, sei es ihm ein großes Anliegen, „über einen regen Kulturaustausch die Beziehungen zwischen der Republik Österreich und dem Staat Israel auszubauen und zu vertiefen“. Dies sei schon in Zusammenarbeit mit der Jerusalem Foundation im Zuge des Kammermusikfestivals, bei der Erweiterung des Herzl-Museums und bei der Ausstellung des Israelmuseums gelungen, die in Österreich drei Monate lang bis vor kurzem zu sehen gewesen wäre.
Den Auftakt zu den Austrian Dance Days bildete die Aufführung von Karl Schreiners „Blame it on Gavrilo“ und Nikolaus Adlers „Der Tod und das Mädchen“. Weiters am Programm standen Produktionen von Willi Dorner, Klaus Obermaier und Chris Haring. ■

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Gedenkausstellung „Für das Kind“

In Kooperation mit dem Österreichischen Freundeskreis von Givat Haviva, mit Unterstützung des Nationalfonds der Republik Österreich, des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (BMBWK) und der Stadt Wien wird im Nestroyhof von 8. bis 30. November die Gedenkausstellung „Für das Kind“ gezeigt, die all jenen gewidmet ist, die 1938/39 in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und in Polen, zehntausenden Kindern – hauptsächlich jüdischen – halfen, die Nazizeit zu überleben. In neun Monaten wurden von einer Anzahl oft unbekannter Menschen 100 Zugreisen organisiert, die Kinder unter 17 Jahren unter der Schirmherrschaft des Central British Fund aus ihren Geburtsländern in Sicherheit brachten. Jeder von den 23 Drucken in der Ausstellung zeigt ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern dieser Kinder. Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen – ohne Schmuck- oder Wertgegenstände, ohne Geld, Musikinstrumente oder Kameras. Die ganz persönlichen Schätze, die den Kindern in dieser lebensgefährlichen Phase blieben, sind von Bedeutung – nicht nur in Zusammenhang mit einer speziellen religiösen Kultur, sondern auch als wichtiger Teil ihres individuellen Erbes im Rahmen geographischer und kultureller Einflüsse. Oft fuhren die Züge mitten in der Nacht ab – nach Holland, dann mit der Fähre nach Harwich und weiter in Richtung London – und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen. Diese Gegenstände, die in der Ausstellung zu sehen sind, waren oft der letzte Kontakt, der die Kinder mit ihren Eltern verband, die sie meist nie wieder sahen. ■

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Jüdische Filmwoche in Wien

Die Jüdische Filmwoche findet heuer von 8. bis 23. November in Zusammenarbeit mit der Französischen Botschaft, dem Französischen Kulturinstitut, dem Filmarchiv Austria und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien statt. Sie steht unter dem Ehrenschutz des französischen Botschafters in Österreich, Pierre Viaux. Schauplätze sind das Votiv-, Urania-, De France- und Metro-Kino.
In Erinnerung an den 100. Jahrestag der Rehabilitierung von Alfred Dreyfus werden sämtliche Filme über den Offizier und sein Schicksal gezeigt. Der französische Historiker Claude Singer, Professor an der Pariser Sorbonne, hält ein einleitendes Referat. Eine Hommage an Romy Schneider bringt drei ihrer besten Filme, in denen die österreichische Schauspielerin Jüdinnen verkörperte – in „Le Train“ („Nur ein Hauch von Glück“), in „La Banquière“ („Die Bankiersfrau“) und in „La Passante du Sans-Souci“ („Die Spaziergängerin von Sans-Souci“).
Gemeinsam mit der Organisation Yad Layeled France wird Emmanuel Finkiels Doku „Dialogue pour demain/Dialog für morgen“ vorgestellt. Der Streifen beschreibt Aufgabe und Wirken des israelischen Museums Beit Lochamei Hagetaot. Von 16. bis 30. November sind außerdem im Metro-Kino 12 Spielfilme und 8 Dokus von Israels Meisterregisseur Amos Gitai zu sehen. ■

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Festival Wien Modern 2006

Das Festival Wien Modern präsentiert heuer von 29. Oktober bis 25. November in über 100 Veranstaltungen Musik der Gegenwart. Insgesamt stehen 140 Werke von 60 Künstlern und Komponisten auf dem Programm, davon 12 Uraufführungen. Jeden Tag werden komponierte, improvisierte, akustische oder elektronische Musik, Literatur, Filme, Performances, Musiktheater und Philosophie der Gegenwart geboten. Interpreten wie Maurizio Pollini, Pierre-Laurent Aimard oder Peter Peter Eötvös, Ensembles wie das Ensemble intercontemporain, das Ensemble Recherche oder das Arditti Quartett, sowie führende Elektronik- und Medienkünstler wie Carsten Nicolai und Pan Sonic sind Protagonisten von Wien Modern 2006. Große Portraits sind den Komponisten György Kurtág und Bernhard Lang gewidmet. Sie stehen für die beiden Kraftfelder, zwischen denen sich Wien Modern 2006 bewegt – den großen Komponisten der klassischen Avantgarde bzw. den aktuellen musikalischen Entwicklungen.
Neben Kurtág, von dem jüngst entstandene Werke aufgeführt werden, dominieren „Klassiker“ wie Luciano Berio, Karlheinz Stockhausen und Friedrich Cerha, dessen „Spiegel“ komplett aufgeführt wird.
„Dschungel Wien Modern“ widmet sich mit zauberhaftem Musik- und Medientheater, mit Performances den jungen Menschen – von den Allerkleinsten an bis zu den jung Gebliebenen.
Eine Besonderheit von Wien Modern 2006 ist seine Ausbreitung über die ganze Stadt: Neben Wiener Konzerthaus und Musikverein gehören z.B. das Planetarium im Prater, das Österreichische Filmmuseum oder die MUMOK Hofstallung zu den 14 ausgesuchten Spielorten des Festivals. ■

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Kunsthistorisches Museum Wien: Bellini, Giorgione, Tizian

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Venedig Schauplatz revolutionärer künstlerischer Experimente. Unter der Führung von Bellini, Giorgione, Tizian, Vecchio und del Piombo wurden traditionelle Themen umformuliert und neue Themen – wie die idyllische Landschaft, verfüh¬rerische Frauendarstellungen oder dramatische Portraits – in die Malerei eingeführt. Die Bilder wurden größer, die Pinselführung expressiver.
Die Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM) und der National Gallery of Art, Washington, die im KHM bis 7. Jänner 2007 gezeigt wird, ist weder chronologisch noch nach Künstlern gestaltet: Geordnet nach Bildgattungen bringt sie religiöse Werke, unterteilt in sakrale Bilder und Geschichten, über Mythen und Allegorien bis zu Darstellungen von Frauen und Männern, in Form von Portraits oder Idealbildnissen. Höhepunkte der Schau sind u.a. Tizians Frauenportraits „La Schiavona“, „Flora“ und seine „Zigeunermadonna“ bis Giorgiones „Il Tramonto“. ■

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WAGNER:WERK: Alexander Sturm und die Wiener Silbermanufaktur

Bis 18. November zeigt das WAGNER:WERK Museum Postsparkasse bei freiem Eintritt eine Ausstellung über Alexander Sturm und die Wiener Silbermanufaktur. Mit der Ausstellung wird erstmals das legendäre Archiv der 1883 in Wien gegründeten Silbermanufaktur Sturm mit Originalentwurfszeichnungen u.a. von Josef Hoffmann, Otto Prutscher, Oswald Haerdtl und Kolo Moser der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die berühmten Zeichnungen und deren Werknutzungsrechte sind bis heute im Besitz der Silbermanufaktur. Silbergerät, Service und Bestecke werden nun unter der neuen Unternehmensführung von Christa Berghaus-Fölster neu aufgelegt und in Weigelsdorf (Niederösterreich) produziert. Verkauft werden die Produkte der „Wiener Silberschmiede Werkstätte“ in der Spiegelgasse in Wien. ■

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Sammlung Essl: CHINA NOW

Die Sammlung Essl in Klosterneuburg bietet bis 28. Jänner 2007 erstmals in Österreich die Gelegenheit, das explosive Potential heterogener künstlerischer Positionen in der chinesischen Gegenwartskunst zu vergleichen. Feng Boyi, unabhängiger Kurator und Kritiker, Mitglied der „China Artists’ Association“, präsentiert über 100 Werke von 42 KünstlerInnen der Avantgarde. Alle Bereiche der zeitgenössischen Kunst sind vertreten, neben Malerei und Fotografie auch raumgreifende Installationen und Video. ■

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Theatermuseum: Arthur Schnitzler

Das Österreichische Theatermuseum zeigt bis 21. Jänner 2007 die Ausstellung „Arthur Schnitzler – Affairen und Affekte“, die über den „Reigen“, über „Lieutenant Gustl“ und „Fräulein Else“ versucht, tief in die Gedankenwelt des Erotomanen zu dringen und zugleich intime Einblicke in die Kulturgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu geben. ■

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Staatssekretär Schweitzer präsentiert umfassenden Tätigkeitsbericht

„Wir übergeben hiermit einen aktuellen Zustandsbericht über den österreichischen Sport. Ich würde mir wünschen, dass im Sinne des Sports und unserer Sportler darauf aufgebaut wird“, so Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer. „Einen solchen Tätigkeitsbericht hat es bis jetzt noch nie gegeben. Er dokumentiert auf 70 Seiten und einer CD alle Inhalte, von den einzelnen Projekten bis hin zu den Gesetzestexten“. Wichtige Eckpfeiler: Die Einführung des Breitensport- und Präventionsprogramms „Fit für Österreich“, das auf das Potential des organisierten Sports als Dienstleister im Gesundheitssystem aufmerksam macht, genauso wie „Top Sport Austria“, das der Umsetzung von athletenspezifischen Spitzensportprojekten dient. Ein besonderer Meilenstein war die „Bundes-Sportförderung neu“, die mehr finanzielle Mittel für den österreichischen Sport bedeutete und gleichzeitig das Gießkannenprinzip in der Fördervergabe beendete. Ein anderes großes Anliegen war Schweitzer die gesetzliche Verankerung und Entwicklung der Förderung des Behindertensports. Auch die Vorsitzende des Sportausschusses, Nationalratsabgeordnete Beate Schasching und BSO-Vertreter Dr. Theo Zeh dankten dem Staatssekretär für die Zusammenarbeit: „Es war eine gute Zeit für den Sport. Der Nachfolger wäre gut beraten, darauf aufzubauen und weiter zu intensivieren“. ■

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„Sportler des Jahres“: Ski-Stars Raich, Dorfmeister, Kombinierer

Die österreichischen „Sportler des Jahres 2006“ kommen erstmals seit 1999 wieder ausnahmslos aus dem Ski-Verband (ÖSV). Die Alpinen Benjamin Raich bei den Herren und Michaela Dorfmeister zum zweiten Mal nach 2003 bei den Damen, sowie die Nordischen Kombinierer in der Mannschafts-Wertung setzten sich bei der von der Sporthilfe in Kooperation mit Sports Media Austria (SMA), der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten, durchgeführten Wahl durch. Olympia-Gold glänzte am 18. Oktober noch einmal im Rahmen der Lotterien-Gala „Nacht des Sports“ in der Salzburg-Arena, als vor rund 1.200 geladenen Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft die Sieger bekannt gegeben und geehrt wurden. Denn ausschließlich Olympiasieger von Turin 2006 traten die Nachfolge von Georg Totschnig (Radsport), Renate Götschl (Ski alpin) und dem Skisprung-Team an. Raich (Riesentorlauf und Slalom) und Dorfmeister (Abfahrt und Super G) waren Doppel-Olympiasieger, die Kombinierer Christoph Bieler, Felix Gottwald, Michael Gruber und Mario Stecher gewannen Gold im Team-Bewerb. Der „Special Award“ ging an den dreifachen Formel 1-Weltmeister Niki Lauda.
Behindertensportler des Jahres sind Sabine Gasteiger (Ski alpin) und Alexander Hohlrieder (Rad). Die Oberösterreicherin mit fünf Prozent Sehrest gewann bei den Paralympics Gold, zweimal Silber und Bronze sowie den Gesamt-Weltcup, der Tiroler holte sich bei der IPC-WM Gold und dreimal Bronze. Die Special-Olympics-Auszeichnung ging an Joana Bucur, die sowohl im Winter (Gold und Silber in den nordischen Bewerben) als auch im Sommer (Gold im Schlagball) erfolgreich war. ■

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Großzügige Bundesförderung für Skiakademie St. Christoph

Abseits des Trubels in der Galanacht des Sports trafen sich Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zur Vertragsunterzeichnung für eine neue Förderung seitens des Bundes, die den Neubau und die Generalsanierung der Skiakademie St. Christoph ermöglicht. Durch den Vertrag, der mit der Austria Skisportanlagen BetriebsGesmbH abgeschlossen wurde, trägt der Bund mit 5,7 Millionen Euro zur Generalsanierung der Skiakademie bei.
Außerdem wird der Bund dem Grundeigentümer Bundessporteinrichtungen GmbH gegenüber die Empfehlung aussprechen, den Nutzungsvertrag bis 2027 zu verlängern. ■

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