Montag, 04. Dezember 2006
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Koalition: SPÖ und ÖVP verhandeln zu Sachthemen
SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) und ÖVP (Österreichische Volkspartei) haben am 22. November die Verhandlungen über eine große Koalition wieder aufgenommen. Detailverhandlungen zu den einzelnen Sachbereichen erfolgen in gemeinsamen Arbeitsgruppen. Die Finalisierung bzw. Akkordierung der zentralen Themen, darunter Beschäftigung und Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstandort, Finanzen, Frauen, Jugend, Soziales und Äußere Sicherheit, bleiben den so genannten großen Runden unter Leitung von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und ÖVP-Bundesparteiobmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vorbehalten.
Bereits abgehakt wurden in der großen Runde die Bereiche Inneres/Justiz, Kultur/Sport/Medien und Ländlicher Raum/Energie. Konsens gibt es unter anderem beim Bezug von Kindergeld und Kinderbeihilfe für ausländische Mütter. Außer Streit steht auch die Grundsicherung von 726 Euro pro Monat für Sozialhilfeempfänger und Pensionisten bzw. alte Menschen, die keinen eigenen Pensionsanspruch erworben haben. Über Modalitäten und Finanzierung soll am 20. Dezember entschieden werden. ■

Nationalrat beschließt Pensionserhöhung und Pflege-Amnestiegesetz
Mit den Stimmen der Großparteien und des BZÖ hat der Nationalrat am 29. November die Pensionserhöhung für das Jahr 2007 beschlossen. Darauf hatten sich die beiden möglichen künftigen Koalitionspartner SPÖ und ÖVP am Vortag im Budgetausschuss geeinigt. Bis zur halben Höchstbeitragsgrundlage (1.920 Euro) werden die Bezüge um 1,6 % erhöht. Wer eine höhere Pension hat, erhält einen Fixbetrag von 30 Euro pro Monat. Diese Anhebung gilt auch für die künftigen Pensionsjahre. Hinzu kommen noch gestaffelte Einmalzahlungen: Bei Pensionen bis 1.380 Euro sind das zusätzlich 60 Euro, bis 1.920 Euro werden 45 Euro überwiesen, darüber erhalten Pensionisten 25 Euro.
Mit Zustimmung aller Fraktionen wurde zudem ein Entschließungsantrag angenommen, der eine Anhebung der Ausgleichszulage bei Mindestpensionen von 690 auf 726 Euro für Alleinstehende bzw. von 1.055 auf 1.091 Euro für Ehepaare mit 1. Jänner 2007 vorsieht.
Einstimmig beschlossen hat der Nationalrat auch die Gehalterhöhung der öffentlich Bediensteten um 2,35 %.
Grünes Licht gaben SPÖ und ÖVP für die Legalisierung illegaler Pfleger. In einem ersten Schritt stellt das neue Pflege-Amnestiegesetz den Einsatz an sich illegaler Betreuer bis Mitte nächsten Jahres straffrei. ■

Deutscher Politikaward 2006 für österreichische EU-Kampagne
Die österreichische Website-Plattform „Europa hört zu“ erhält heuer den deutschen Politikaward, der als renommierteste Auszeichnung für Arbeiten im Bereich der politischen Kommunikation gilt. Die Verleihung erfolgte am 22. November im Rahmen der „Berliner Politiktage“. Außenministerin Ursula Plassnik war wegen eines technischen Defekts ihrer AUA-Maschine verhindert. An ihrer Stelle nahm Kanzler-Sprecherin Heidi Glück den Preis entgegen.
Honoriert wurde mit dem Politikaward die von der österreichischen Agentur PKP proximity konzipierte Informationskampagne des Bundeskanzleramtes zur österreichischen EU-Präsidentschaft. Kernelement war die Website www.zukunfteuropa.at mit der Plattform „Europa hört zu“. Hier konnten User ihre Meinung zu EU- Themen äußern. ■

Burgenland feiert 85-jähriges Bestehen mit Festakt im Landhaus
Der Burgenländische Landtag hat am 30. November mit einer Festsitzung im Landhaus in Eisenstadt der 85-jährigen Zugehörigkeit des Burgenlandes zur Republik Österreich gedacht. Festredner Bundespräsident Heinz Fischer würdigte die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und wies vor allem auf das konstruktive Zusammenleben der Volksgruppen hin.
Das Burgenland sei „ein gut entwickelter, blühender, unverzichtbarer und willkommener Teil“ Österreichs, so Fischer. Trotz schwerer Zeiten seien die Jahre der Zweiten Republik für das Land mit einer „faszinierenden Erfolgsgeschichte“ und mit unvergesslichen humanitären Leistungen verbunden. Zweimal – 1956 und 1989 – sei das Burgenland „Tor zur Freiheit“ geworden, betonte der Bundespräsident. ■

Außenministerin Plassnik auf Nahost-Mission
Außenministerin Ursula Plassnik reiste am 1. Dezember zu einem dreitägigen Besuch in den Nahen Osten. Auf dem Programm standen Israel, die palästinensischen Gebiete und Jordanien.
Zum Auftakt ihrer Nahost-Mission besuchte Plassnik die Palästinensergebiete Gaza und Westbank. In Gaza-Stadt traf sie mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen. Es gehe darum, ein sichtbares Zeichen zur Unterstützung und Stärkung von Präsident Abbas zu setzen, begründete Plassnik ihr Engagement. Sie unterstrich die demokratische Legitimation von Präsident Abbas und dessen Gesprächsbereitschaft mit Israel. Gleichzeitig appellierte Plassnik jedoch an die Palästinenser, die Anstrengungen zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit fortzusetzen und stellte erneut klar, dass die EU-Gespräche mit der radikalen Hamas ablehne, solange diese das Existenzrecht Israels nicht anerkenne. Als Gastgeschenk überreichte Plassnik 500.000 Euro für den Betrieb von zehn Tageskliniken, die mit österreichischer Hilfe im Gazastreifen errichtet worden sind.
Ganz im Zeichen der gegenseitigen Freundschaft stand der zweite Tag von Plassniks Nahost-Visite in Israel, wo sie von ihrer israelischen Amtskollegin Tzipi Livni herzlich empfangen wurde. Anlass der Israel-Reise war vor allem das 50-Jahr-Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Länden. Nach einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem eröffneten die beiden Politikerinnen in der Hebräischen Universität von Jerusalem eine Konferenz zum Thema „Israel-Österreich: 50 Jahre diplomatische Beziehungen (1956-2006)“. Plassnik bezeichnete die heutigen Beziehungen zwischen Österreich und Israel als „lebendige, vertrauensvolle Partnerschaft“, fand zugleich aber auch klare Worte zu den schwierigen Seiten dieser Beziehungen: „Österreich anerkennt die Schwere des Vermächtnisses unserer Vergangenheit. Wir tun das, was Menschen heute am ehesten tun können, um zu verstehen, den Schmerz zu lindern und das Wissen über das Geschehene weiterzureichen“, so Plassnik. Sie lobte den Einsatz Einzelner und verwies auch auf jene Maßnahmen, die Österreich in den vergangen Jahren für NS-Opfer gesetzt hat, darunter die Einrichtung des Nationalfonds und des Allgemeinen Entschädigungsfonds sowie die Novellierung des Opferfürsorgegesetzes und des Sozialversicherungsgesetzes. Die israelische Außenministerin lobte Österreich für sein Bemühen, die Vergangenheit anzuerkennen.
Plassnik traf auch zu einem Arbeitsgespräch mit dem israelischen Premierminister Ehud Olmert zusammen. Erörtert wurden die jüngsten Entwicklungen in der Region und die Chancen für die Wiederbelebung des festgefahrenen Nahost-Friedensprozesses.
Zum Abschluss ihrer Nahostreise traf Plassnik in Amman mit dem jordanischen Außenminister Abdelelah al-Khatib zusammen. ■

Montenegros Präsident Vujanovic bei Bundespräsident Fischer
Der montenegrinische Präsident Filip Vujanovic ist am 27. November in Wien mit Bundespräsident Heinz Fischer zu Gesprächen zusammengetroffen. Beide Seiten bezeichneten die bilateralen Beziehungen als „sehr gut und freundschaftlich“. Auch mit der wirtschaftlichen Kooperation zeigte man sich zufrieden.
Erörtert wurden auch EU-Themen, insbesondere die EU-Integration des heuer unabhängig gewordenen Landes. Montenegro befinde sich auf einem guten Weg in die EU, betonte Fischer.
Präsident Vujanovic nahm am 28. November in Wien am Festakt zum 40-jährigen Bestehen der UNIDO teil. Montenegro wurde dabei als 172. Mitglied in die Organisation aufgenommen. ■

UNIDO feierte in Wien 40-jähriges Bestehen
Die Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung (UNIDO) hat am 28. November im Austria Center in Wien mit einem großen Festakt ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Unter den Ehrengästen war neben ehemaligen UNIDO-Generaldirektoren auch österreichische Prominenz. „Die UNIDO ist heute wichtiger als je zuvor“, sagte der amtierende Generaldirektor der Organisation, Kandeh Yumkella, bei der Eröffnung des Festaktes. Als größte Herausforderungen für die Zukunft bezeichnete er Fragen der Energie, des Umweltschutzes und der Diversifizierung von Produktionen in den Entwicklungsstaaten. Vor allem in Afrika herrsche großer Nachholbedarf, so Yumkella. ■

WKÖ: Österreich unter Top-Exportnationen der Welt
Österreich, das bereits zum Export-Europameister gekürt worden sei, habe laut Statistik der Vereinten Nationen auch weltweit den Sprung unter die Top-Exportnationen geschafft, erklärte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Christoph Leitl, am 23. November in Wien. „Mit 13.864 Export-Dollar pro Einwohner hat sich Österreich Platz 7 unter allen exportierenden Ländern der Welt erobert“, so Leitl. Damit habe sich die österreichische Exportwirtschaft erfolgreich unter die renommiertesten Exportnationen wie Schweiz oder Schweden gereiht und den „volumsmäßigen Welt-Exportkaiser Deutschland sogar überholt“.
Der WKÖ-Chef sieht die österreichische Export-Erfolgsgeschichte vor allem als Ergebnis der zahlreichen Bemühungen und Unterstützungsmaßnahmen durch die Wirtschaftskammer (Abteilung Außenwirtschaft Österreich) und der gemeinsam mit der Bundesregierung durchgeführten Internationalisierungsoffensive. Von der internationalen Vermarktung österreichischer Unternehmen und Produkte hätten vor allem die Klein- und Mittelbetriebe profitiert, betonte Leitl. In diesem Zusammenhang verwies Leitl auf die weltweit mehr als 100 Außenstellen der WKÖ.
Heuer werde ein weiterer Meilenstein erreicht und bei den Ausfuhren die Schallmauer von 100 Mrd. Euro durchbrochen. Mit einem erwarteten Exportwachstum von 10 % für das Gesamtjahr 2006 würden 83.000 neue Arbeitsplätze in Österreich geschaffen und rund 3 Mrd. Euro zusätzlicher Steuereinnahmen an den Fiskus gehen, so der WKÖ-Präsident. ■

OECD revidiert Wachstumsprognose für Österreich stark nach oben
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognosen für Österreich deutlich nach oben revidiert. Laut jüngstem „Economic Outlook“ wird für 2006 unter Einfluss starker Investitionen und Exporte ein reales Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,2 % erwartet. Für 2007 rechnen die Experten mit einer Verlangsamung der Konjunktur auf 2,5 %, 2008 auf 2,4 %.
In ihrer Mai-Prognose war die Pariser Organisation von einem BIP-Plus in Höhe von 2,5 % für 2006 und von 2,2 % für 2007 ausgegangen.
Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) haben zuletzt ein reales BIP-Wachstum von 3,1 % für 2006 und von 2,5 % (Wifo) bzw. 2,3 % (IHS) für 2007 prognostiziert. ■

OeNB: Ostgeschäft hebt Vermögen im Ausland auf Rekordhoch
Österreichs Kapitalverflechtung mit dem Ausland wird immer enger. 2005 sprengten die grenzüberschreitenden Kapitalbestände –Vermögen und Verpflichtungen im Ausland – erstmals die Schallmauer von einer Billion Euro. Damit lagen sie rund ein Fünftel über dem Wert von 2004. Insgesamt stieg das Finanzvermögen im Ausland um 84 Mrd. Euro auf 487 Mrd. Euro, während die Verpflichtungen 2005 mit 525 Mrd. Euro um 90 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert lagen. Der Großteil des österreichischen Auslandsvermögens (31%) liegt in Osteuropa.
Zu dieser Entwicklung trage die Wiener Börse „sehr maßgeblich bei“, sagte Peter Zöllner, Direktor der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), am 28. November vor Journalisten. Die Wiener Börse entwickle sich zu einem Kompetenz-Cluster für Geschäfte mit Osteuropa und forciere Österreichs wachsende Bedeutung als regionales Finanzzentrum für die aufstrebenden Volkswirtschaften Osteuropas, betonte Zöllner.
Diese spezielle Rolle als „Finanzkanal in den Osten“ zieht zahlreiche internationale Anleger an die Wiener Börse. Mittlerweile sind ausländische Marktteilnehmer für mehr als die Hälfte der dort getätigten Umsätze verantwortlich. 2005 verbuchten ausländische Anleger an der Wiener Börse Kursgewinne von 9,8 Mrd. Euro. Heimische Privatanleger lukrierten hingegen Kursgewinne von nur 2,7 Mrd. Euro. ■

OMV kauft Explorationsrechte in Ägypten
Der börsenotierte Mineralölkonzern OMV hat eine Explorationslizenz in Ägypten erworben und erweitert damit die Forschungskapazität in Nordafrika. In Libyen und Tunesien ist der Konzern bereits in der Erforschung und Förderung von Ölquellen tätig. ■

Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2006 an Paul Lendvai
Der Publizist und Kommentator Paul Lendvai wurde am 21. November im Bundeskanzleramt mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik ausgezeichnet. Lendvai sei „kein Meinungsmacher, sondern ein Meinungsbildner, der Argumente zum Selberdenken in die Hand gibt“, sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bei der festlichen Verleihung. „Anstatt schwarz-weiß zu malen, stehen bei ihm die differenzierte Analyse, das Abwägen von Standpunkten und das Bewerten von Entwicklungen im Vordergrund“, würdigte der Bundeskanzler den Ausgezeichneten. Der Osteuropa- und Balkan-Spezialist habe die Österreicher „mit der vergessenen Welt unserer Nachbarn“ bekannt gemacht. Gerade für Österreich sei dieses Wirken besonders wichtig: „Das Schicksal Österreichs hängt von der Zukunft Mitteleuropas ab. Ein mittelgroßes Land wie Österreich muss über seine Grenzen hinaus greifen. Augenmaß, Weitblick und Denken in größeren Zusammenhängen sind von entscheidender Bedeutung“.
Der 1929 in Budapest geborene Paul Lendvai studierte Jus und wurde dann als Journalist tätig. Als „politisch Unzuverlässiger“ war er 1953 monatelang interniert, anschließend erhielt er wegen Berufsverbots drei Jahre keine Anstellung. Seit 1957 lebt er in Österreich, seit 1959 als österreichischer Staatsbürger. Zwei Jahrzehnte lang war er Osteuropa-Korrespondent der Zeitung „Die Presse“ und der „Financial Times“. Daneben schrieb er Kolumnen für österreichische, deutsche und Schweizer Zeitungen und Rundfunkanstalten. Von 1982 bis 1987 wirkte er als Leiter der Osteuropa-Redaktion des ORF, danach bis 1998 als Intendant von Radio Österreich International. Heute ist er Leiter der monatlichen ORF-Sendung „Europastudio“, seit 1973 außerdem Mitherausgeber und Chefredakteur der hoch angesehenen Vierteljahreszeitschrift „Europäische Rundschau“. Der Autor von zahlreichen Sachbüchern – darunter der Klassiker „Antisemitismus ohne Juden. Entwicklungen und Tendenzen in Osteuropa“ (1988) – hat auch einen Sammelband über „Religionsfreiheit, Menschenrechte und Entspannung“ herausgegeben. Zuletzt erschien „Der Ungarnaufstand 1956“. Lendvai lehrte auch als Gastprofessor an der University of California. ■

Österreichisches Staatsarchiv in neuem Outfit
Das Österreichische Staatsarchiv verwahrt Archivgut der Zentralbehörden der Habsburgermonarchie und der Republik Österreich sowie der Obersten Organe des Heiligen Römischen Reiches vom Mittelalter bis heute. Da die Geschichte der Habsburgermonarchie weite Teile Europas und auch Länder in Übersee berührt, zählt das Österreichische Staatsarchiv mit seinen Schätzen zu den bedeutendsten Archiven der Welt. Das in fünf Abteilungen gegliederte Staatsarchiv (Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Finanz- und Hofkammerarchiv, Kriegsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Archiv der Republik) verwaltet rund 180.000 Regalfachlaufmeter Archivgut. Dazu kommen etwa 800.000 Bände wissenschaftlicher Literatur der Bibliothek.
Die neue Homepage www.oesta.gv.at vermittelt übersichtlich und ästhetisch ansprechend umfangreiche Informationen über Geschichte, Funktionen und Aktivitäten des Staatsarchivs, seine Abteilungen und deren Bestände. Sie bietet durch das Archivinformationssystem SCOPE die Möglichkeit zur Online-Recherche in den Beständen des Staatsarchivs und gewährleistet so optimale Vorbereitung auf einen Archivbesuch. Für Personen ohne Archiverfahrung finden sich zahlreiche Hilfen, wie etwa ein „kleines Archiveinmaleins“, Menüpunkte zur Benutzung von Archiv und -bibliothek sowie Forschungstipps und Arbeitsmaterialien im PDF-Format. Weiters werden Inhaltsverzeichnisse aller bisherigen Bände der „Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs“ sowie der Sonder- und Ergänzungsbände unter dem Menüpunkt „Publikationen“ bereitgestellt. Eine reichhaltige Linksammlung macht die Website des Staatsarchivs zu einem unentbehrlichen Informationsportal für Historiker und historisch Interessierte. ■

Bösendorfer erhält Großauftrag von der Musikuniversität Wien
Die „Universität für Musik und darstellende Kunst“ in Wien ist für ihren ausgezeichneten Ausbildungsstandard weltbekannt. Im Zuge der Ausschreibung für die „Lieferung von Tasteninstrumenten“ werden 47 Flügel der Spitzenklasse angeschafft. Die Klaviermanufaktur Bösendorfer, in Besitz der BAWAG, konnte das Auswahlverfahren in fünf von sieben Leistungsgruppen für sich entscheiden. Somit werden 39 der 47 Instrumente von der Wiener Klaviermanufaktur mit Produktionsstandort Wiener Neustadt geliefert. Um sicherzustellen, dass die Instrumente die hohen Anforderungen im Universitätsbetrieb erfüllen, wurden vom „Institut für Wiener Klangstil“ physikalische Messungen und Klanganalysen an Musterinstrumenten vorgenommen. Weitere wichtige Kriterien für die Auftragsvergabe waren neben dem Preis-Leistungsverhältnis die Klangqualität unter besonderer Berücksichtigung der Tonschönheit, Ausgewogenheit und Differenziertheit der Klangfarben sowie die Sensibilität des Anschlags und die Repetitionsgeschwindigkeit der Mechanik. Die Bewertung dieser Punkte nahm ein Team angesehener Universitätsprofessoren vor. Von einem unabhängigen Klavierbaumeister wurde anschließend die technische Qualität der Instrumente, insbesondere hinsichtlich der verwendeten Materialien, der Art und Sorgfalt der Verarbeitung sowie der hohen Strapazierfähigkeit bewertet.
Die klare Entscheidung im Auswahlverfahren sieht Bösendorfer-Geschäftsführer Alfred Zellinger als Bestätigung für die Qualität der Flügel und für den deutlichen Aufwärtstrend, in dem sich die Klaviermanufaktur befindet. So konnte Bösendorfer von Jänner bis Oktober 2006 weltweit ein Umsatzplus von 10 % gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres verzeichnen. ■

Stefan Zweig-Ausstellung im Salzburger Schüttkasten eröffnet
Am 28. November hat die Internationale Stefan Zweig-Gesellschaft zum 125. Geburtstag des Autors und Übersetzers eine Ausstellung im Salzburger Schüttkasten eröffnet. Die Schau „Stefan Zweig – Ein Österreicher aus Europa“ besteht aus 120 Fotos, einer Reihe von Reproduktionen von Handschriften und einigen Hörbeispielen seiner Lyrik, die er selbst besprochen hat. Der Autor, 1881 in Wien als Sohn eines jüdischen Textilunternehmers geboren, lebte von 1919 bis 1933 in Salzburg. Die 1995 von dem Literaturwissenschaftler Karl Huber zusammengestellte Wanderausstellung, jetzt für Salzburg überarbeitet, wurde bei der Frankfurter Buchmesse erstmals präsentiert und seither in 30 Städten weltweit gezeigt. 200.000 Besucher haben die Stefan Zweig-Schau in Athen, Budapest. Brüssel, Zürich, Jerusalem, Santiago de Chile und Sao Paulo gesehen. ■

Hans Koller-Preise 2006, European Jazz Prize an Bobo Stenson
Das Autrian Music Office (AMO) ist ein 1996 von Mathias Rüegg ins Leben gerufener Verein zur Ausrichtung und Präsentation des Hans Koller-Preises. Seit damals werden Preise verschiedener Kategorien an herausragende Jazz Musiker vergeben. „Musician of the Year“ wurde der Schlagzeuger Alex Deutsch, u.a. Drummer bei „Café Drechsler“. „Newcomer of the Year“ ist die JazzWerkstatt Wien: 60 junge Musiker loten die Grenzen zwischen Free Jazz, Improvisation und Hard Bop aus. „CD of the Year“ wurde die Aufnahme „travelling hard“ (ATSRecords) des Posaunisten Robert Bachner. Zum Sideman of the Year erkor die Jury den Kontrabassisten Matthias Pichler.
Der „European Jazz Prize“ ist seit 2002 eine weitere Kategorie des Koller-Preises. In diesem Jahr fiel die Wahl der Juroren aus 23 europäischen Ländern auf den schwedischen Pianisten Bobo Stenson, der seit drei Jahrzehnten zu den eigenständigsten Musikern der europäischen Jazzlandschaft zählt. Schon zu Beginn seiner musikalischen Karriere begleitete Stenson amerikanische Musiker wie Sonny Rollins, Stan Getz und Gary Burton. Seine enge Zusammenarbeit mit Don Cherry begann, als der US-Trompeter Skandinavien zu seinen Wohnsitz wählte. Berühmt wurde Stensons Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten Jan Garbarek. Am 2. Dezember begeisterte das Stenson Trio mit Anders Jormin (Bass) und Jon Fält (Schlagzeug) beim Preisträgerkonzert im Wiener Club „Porgy & Bess“. ■

Schüssel: Ehrung für Präsidenten der Nestlé AG Brabeck-Letmathe
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel überreichte am 27. November im Bundeskanzleramt dem amtierenden Präsidenten der Nestlé AG, Peter Brabeck-Letmathe, 1944 in Villach (Kärnten) geboren, das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich. „Peter Brabeck-Letmathe steht für die ausgewogene Balance zwischen den Globalisierungsherausforderungen eines Konzerns und dem Interessensausgleich von Mitarbeitern, Eigentümern und der Gesellschaft. Er lebt und arbeitet stets nach der Devise, wonach globale Unternehmen auch global gültige Werte finden müssen, ohne beliebig zu sein“, so Schüssel.
Der Bundeskanzler strich besonders das Engagement des Nestlé-Konzerns in den Bereichen Kultur- und Sportsponsoring hervor und verwies in diesem Zusammenhang auf den Jugendschwerpunkt. „Mit der Initiative ‚Jugendkarten’ beispielsweise wird jungen Menschen der Zugang zu günstigen Festspielkarten in Salzburg ermöglicht – eine nachhaltige Investition in das Kunst- und Kulturpotential unserer Jugend, dessen gesellschaftlichen Mehrwert wir heute noch gar nicht messen können“. Ebenso lobte Schüssel den ständig innovativen Geist des Unternehmens in Forschungs- und Entwicklungsfragen, der dem Nestlé Konzern die Stellung eines vertrauenswürdigen Ernährungs-, Gesundheits- und Wellness-Unternehmens einbrachte. Dafür hat der Geehrte neben vielen anderen Auszeichnungen 2001 auch den Schumpeter-Preis erhalten.
Peter Brabeck-Letmathe betonte in seinen Dankesworten, er nehme die Auszeichnung auch im Namen der vielen Mitarbeiter seines Konzerns in Österreich entgegen. Öfters hätte man ihm die Gelegenheit geboten, die Staatsbürgerschaft zu wechseln. Diese lege man aber nicht ab. „Ich bin stolz, auf meiner Ebene zum Erfolg dieses Landes beitragen zu können“, so der Nestlé Chairman of the Board & Chief Executive Officer (CEO). „In Österreich wurde mir meine gute Ausbildung vermittelt ebenso wie Werte und Kultur. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man sich in der Welt umsieht“, so Brabeck-Letmathe abschließend. ■

Morak: Thaddaeus Ropac – personifizierte Leidenschaft für die Kunst
„Thaddaeus Ropac ist ein großer Galerist, Kontakter und Kommunikator, dem es gelungen ist, über die Grenzen Österreichs hinaus international erfolgreich tätig zu sein. Sein über 20-jähriges Wirken steht paradigmatisch dafür, Vermittlungsarbeit für die Kunst auf höchstem Niveau zu leisten. Ropac ist die personifizierte Distanz und Leidenschaft, die jedem den Spielraum lässt, sich wieder zu finden“, so Kunst- und Medienstaatssekretär Morak am 23. November anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich an den Salzburger Galeristen Thaddaeus Ropac.
Agnes Husslein, designierte Direktorin der Österreichischen Galerie Belvedere, betonte in ihrer Laudatio, dass mit dieser Auszeichnung auch die „moderne Bildende Kunst in Österreich eine Anerkennung und Aufmerksamkeit“ erfahre. Insbesondere in Salzburg sei es ein Verdienst von Ropac, zusätzlich zu den Salzburger Festspielen auch die zeitgenössische Bildende Kunst ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Mit der Gründung der Niederlassung in New York und der Eröffnung der Galerie in Paris gehöre er heute zu einem der wichtigsten Galeristen Europas.
Morak betonte, dass der Lebensweg von Thaddaeus Ropac auch eindrücklich aufzeige, wie wichtig es ist, Öffentlichkeit für die Kunst herzustellen und weltweit tätig zu sein. Morak erinnerte auch an die neu geschaffenen Messe- und Galerienförderung, die eine internationale Präsenz österreichischer Kunst forcieren möchte. ■

Morak: Spiluttini Begründerin der österreichischen Architekturfotografie
Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak überreichte am 28. November der 1947 in Salzburg geborenen Architekturfotografin Margherita Spiluttini, die in Europa als eine der Besten ihrer Sparte gilt, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. In seiner Würdigung bezeichnete sie Morak als „eine der Begründerinnen der österreichischen Architekturfotografie, die durch ihre Arbeit wesentlich zum neuen Architekturbewusstsein in Österreich beigetragen hat. Ihre Arbeit drückt nicht nur die Wertschätzung für Architektur aus, sie ist längst selbst zur Kunst geworden“. Die Laudatio hielt Dietmar Steiner, Leiter des Architekturzentrums Wien. Ursprünglich ausgebildet als Radiologisch-technische Assistentin, beschäftigte sich Margherita Spiluttini vorerst als Autodidaktin mit Fotografie, ehe sie 1981 als freiberufliche Fotografin tätig wurde. Bereits 1996 mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Fotografie ausgezeichnet, gehörte sie zwischen 1999 und 2001 dem Fotobeirat der Kunstsektion im Bundeskanzleramt an. Ihre international viel beachteten Arbeiten waren zuletzt bei der spanischen Kunstmesse in Madrid zu sehen. ■

Bund übernimmt Olympia-Haftung für Salzburg
Die Olympia-Bewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014 ist nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen wieder auf die Straße des Erfolgs zurückgekehrt. Einerseits hat der Aufsichtsrat das Budget für die Spiele einstimmig abgesegnet, anderseits hat der Budgetausschuss des Nationalrates eine Ausfallshaftung übernommen. Mit diesem Beschluss verpflichtet sich der Bund 40% von 772 Mio. Euro im Falle des Eintritts „unvorhersehbarer – nicht in der Macht des Organisationskomitees liegender – Ereignisse“ zu übernehmen. Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer betonte, dass damit der Bund einmal mehr alle Forderung erfüllt habe und gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass nun die Vorbereitungen für die Bewerbung mit dem entsprechenden Engagement aller Beteiligten weiter geführt werden können. „Ein starkes, gemeinsames Auftreten nach außen ist die beste Empfehlung für Salzburg als Olympiabewerber“, so Schweitzer. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird am 7. Juli 2007 in Guatemala über den Austragungsort entscheiden. ■

Regierung unterstützt „2008 – Österreich am Ball“ im Internet
„2008 – Österreich am Ball“ ist eine Initiative mit Unterstützung der österreichischen Bundesregierung, die mit der Zielsetzung gegründet wurde, das öffentliche Bewusstsein über die Bedeutung der Fußball-Europameisterschaft 2008 zu fördern und dafür entsprechende Maßnahmen und Projekte zu entwickeln. Vom 7. bis 29. Juni 2008 findet in Österreich und der Schweiz mit der Fußball-Europameisterschaft das drittgrößte Sportereignis der Welt – nach Olympischen Spielen und Fußball-Weltmeisterschaft – statt. Die Bundesregierung übernimmt hierbei die Gesamtkoordination für das österreichische Begleitprogramm zur UEFA EURO 2008™ und aller beteiligten Institutionen und Organisationen. Der Gesamtkoordinator und Beauftragte der Bundesregierung ist Heinz Palme. Die UEFA EURO 2008™ soll zu einem Topereignis gestaltet und Österreich damit perfekt positioniert werden. Für Österreich besteht bei diesem Großereignis die enorme Chance, seine Sportler, seine Fähigkeiten als Gastgeber und Organisator in Europa entsprechend zu präsentieren. Die gesamte TV-Reichweite der UEFA EURO 2008™ liegt bei ca. 8 Milliarden Menschen. Die Möglichkeiten eines bedeutenden Imageeffekts werden auch in der Volkswirtschaft ihren Niederschlag finden. Die UEFA EURO 2008™ ist eine einmalige Chance nicht nur für den Sport, sondern für die Wirtschaft, den Tourismus und die Kultur generell. Für Österreich sagt das Institut für Höhere Studien in Wien (IHS) Wertschöpfungseffekte von knapp 375 Mio. Euro, Kaufkrafteffekte von 250 Mio. Euro und rund 4.000 zusätzliche Jobs voraus. ■

Österreichs Exekutive auf dem Weg zu einer sicheren EURO 2008
Über 1,5 Millionen Besucher werden im Zuge der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz erwartet. Die EURO 2008 muss daher auch im Sinne sicherheitstechnischer Maßnahmen sehr gut vorbereitet und organisiert sein. Eine Herausforderung für alle beteiligten Staaten und Einrichtungen, damit die EURO 2008 auch ein „europäisches Sicherheitsfest“ wird. Deshalb kam es in Wien zu einer Sicherheits-Konferenz, bei der die Zusammenarbeit internationaler Partner im Mittelpunkt stand. Vertreter aus 27 Staaten, der UEFA, des ÖFB, der EU und des Europarats haben an dieser Konferenz teilgenommen. Neben dem Innenministerium wird auch das Österreichische Bundesheer mit zahlreichen Soldaten die Bereiche Logistik und Transport unterstützen. ■

Klaus Heidegger gewinnt „Business Athlete Award 2006“
Die Jury aus Vertretern rund um wirtschaftsblatt:online und Sporthilfe kürten den Ex-Skiprofi und jetzigen Wirtschaftsfachmann Klaus Heidegger zum Gewinner des Wirtschaftspreises „Business Athlete Award 2006“. Der im Jahr 1986 in die USA übersiedelte Heidegger folgte somit den Gewinnern Peter Schröcksnadel (2002), Niki Lauda (2003), Armin Assinger (2004) und Norbert Teufelberger (2005). ■