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Auf internationaler Ebene seit den 1980er Jahren begrifflich präsent, erhielt Gender Mainstreaming durch die Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 und den Vertrag von Amsterdam 1997/99 breite Resonanz. Im November 2000 kam es in Österreich zur Einrichtung der Interministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming/Budgeting (IMAG GMB), in der alle Ressorts vertreten sind.
Barbara Pfeiffer und Sigurd Pacher
Seit November 2009 sind Amtsdirektorin Dr. Barbara Pfeiffer und Gesandter Dr. Sigurd Pacher, beide ReferatsleiterInnen in der Personalabteilung des BMeiA, als BMeiA-Ressortvertreter Mitglieder der IMAG Gender Mainstreaming/Budgeting. Gender Mainstreaming wurde im BMeiA zudem auch organisatorisch fix verankert und gehört seit 1. August 2002 zum Aufgabenbereich des u.a. auch für Aufnahmeverfahren und Aus- und Fortbildung zuständigen, in der Personalabteilung angesiedelten Referats VI.1.e (derzeitiger Referatsleiter: Dr. Sigurd Pacher).
Aus dieser Zuordnung lässt sich auch bereits die spezielle Bedeutung ableiten, den der Themenbereich Gender Mainstreaming bzw. Gleichbehandlung im Bereich der Aus- und Weiterbildung des BMeiA genießt. Ein Modul zu den Themen "Gender Mainstreaming/ Budgeting, Frauenförderung und Gleichbehandlung" ist bereits seit vielen Jahren integraler Bestandteil der Grundausbildung der Jungdiplomatinnen und Jungdiplomaten. Daneben ist das BMeiA bestrebt, das Bewusstsein seiner Bedientesten zu Gender Mainstreaming durch entsprechende Schulungen laufend zu erweitern und zu vertiefen.
Ursula Plassnik
Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger hat weiters ausgewählte Initiativen zur Umsetzung von Gender Mainstreaming, der Förderung von Frauen und dem Schutz der Menschenrechte, insbesondere von Frauen und Mädchen, gesetzt. So wurde Frau Bundesministerin a. D. Botschafterin Dr. Ursula Plassnik per 1. Februar 2009 zur Sonderbeauftragten des Außenministeriums für internationale Frauenfragen bestellt.
Elisabeth Tichy-Fisslberger
Am 10. März 2009 wurde Frau Botschafterin Dr. Elisabeth Tichy-Fisslberger zur österreichischen Koordinatorin zur Bekämpfung des Menschenhandels und Leiterin der interministeriellen Arbeitsgruppe Task-Force gegen Menschenhandel ernannt. Die Task-Force gegen Menschenhandel leistet eine wichtige und effiziente Koordinierungsfunktion zwischen den betroffenen Ressorts, den Ländern, den Opferschutzeinrichtungen und den Nichtregierungsorganisationen.
Im Bereich der bilateralen Ost- und Entwicklungszusammenarbeit werden alle Programme auf ihren Gleichstellungsaspekt und das Empowerment von Mädchen und Frauen überprüft. Bei multilateralen Verhandlungen (so u.a. innerhalb der EU, bei den Vereinten Nationen und der OSZE) setzt sich das BMeiA für die Umsetzung von Gender Mainstreaming, der Beseitigung der Benachteiligung von Frauen und Mädchen und den Schutz der Menschenrechte ein. Dazu wurden auch zahlreiche Initiativen gesetzt, darunter die Konferenz "Women Leaders – Networking for Peace and Security in the Middle East" (Mai 2007) und der Workshop "Interreligious and intercultural dialogue from a gender perspective" (Juni 2008). Während der österreichischen Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich Österreich für den Schutz der Rechte von Frauen sowie für eine gleichberechtigte Teilnahme von Frauen an der Konfliktlösung, an Friedensverhandlungen und am Wiederaufbau eingesetzt. Weiters wurde unter Vorsitz von Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger einstimmig die von Österreich initiierte und verhandelte Sicherheitsrats-Resolution 1894 (2009) zum Schutz von Zivilisten in bewaffneten Konflikten angenommen, die einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Schutz von Frauen und Mädchen in Konfliktsituationen leistet.
Im zweiten Halbjahr 2011 liegt ein Schwerpunkt des BMeiA auf Gender Budgeting: Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Budgetabteilung, externen Expertinnen und den beiden Gender Mainstreaming Beauftragten, hat sich zum Ziel gesetzt, das Budget des BMeiA gezielt auf genderrelevante Aspekte, auch unter Berücksichtigung des im Auswärtigen Dienst geltenden Prinzips der Mobilität und Rotation, zu untersuchen. Dies soll in weiterer Folge Orientierungshilfen für die Erarbeitung bzw. Weiterentwicklung von Indikatoren - wie beispielsweise das für das BMeiA so wichtige Mobilitätsverhalten von Frauen und Männern - im Rahmen der wirkungsorientierten Haushaltsführung bieten.
Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Der Ministerrat hat am 6. September 2011 einen Beschluss zur nachhaltigen Umsetzung von Gender Mainstreaming gefasst und dabei fünf Schwerpunkte festgelegt.
Schwerpunkte des 5. GM-Ministerratsbeschlusses sind die strukturelle Verankerung von Gender Mainstreaming in den Ressorts und die nachhaltige Implementierung von Gender Mainstreaming in die Legistik, sowie die Berücksichtigung von Genderaspekten bei Förderungen und öffentlicher Auftragsvergabe. Weitere Handlungsfelder sind die geschlechtsspezifische Datenerhebung in Berichten, Studien und Publikationen der Ressorts und schließlich die verstärkte Information, Schulung sowie Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gender Mainstreaming Projekte.
Unterstrichen wurde auch, dass in jenen Bereichen, in denen bereits Erfolge erzielt wurden, wie in der geschlechtergerechten Haushaltsführung oder in der geschlechtergerechten Sprache, die Umsetzung von Gender Mainstreaming konsequent weiterzuführen ist.
Nähere Informationen unter GM-Ministerratsbeschluss
Um die Transparenz in Sachen Löhne und Gehälter weiter zu erhöhen, wurde am 3. Oktober 2011 unter www.gehaltsrechner.gv.at ein neuer Lohn- und Gehaltsrechner von Frau Bundesministerin Heinisch-Hosek präsentiert. Dieser Rechner ist eine Maßnahme im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt.
Frauen (und auch Männer) können dort ihre Branche, Alter, Erfahrung etc. eingeben und erhalten einen Richtwert für die Entlohnung. Beim Einstieg, Umstieg, aber auch bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis können Frauen dann nachsehen: Bekomme ich auch wirklich das, was mir zusteht?
Auf das Ergebnis kann man sich verlassen. Denn der Gehaltsrechner wurde mit den aktuellsten Daten der Statistik Austria unterlegt und stellt damit optimale Vergleichswerte sicher.
Der nun in der 2. Auflage vorliegende Beispielkatalog beinhaltet Leitfäden und Checklisten, die in den letzten Jahren im Bereich Gender Mainstreaming auf EU-, Bundes- und Landesebene entwickelt wurden, mit kurzen Inhaltsangaben und den Links zu den Publikationen.
Die Entwicklung von Instrumenten, vor allem von Leitfäden und Checklisten, ist ein wesentliches Element, um Gender Mainstreaming und Gender Budgeting in das routinemäßige Verwaltungshandeln zu integrieren. Der Beispielkatalog soll insbesondere die praxisorientierte Anwendung in den Verwaltungen vorantreiben.
Mehr unter Beispielkatalog
Das Online-Archiv stellt Informationen, Originaldokumente, Bilder und Plakate aus dem Umfeld der Österreichischen Frauen- und Gleichstellungspolitik seit den 1970er Jahren zur Verfügung. Die Datenbasis wird ständig ausgebaut und durch Dokumente ergänzt.
Weiterführende Informationen unter online archiv frauenpolitik
Das Sachverständigengutachten für den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung bietet zum ersten Mal eine umfassende Bestandsaufnahme der Gleichstellung in Deutschland.
Im Gleichstellungsbericht "Neue Wege - gleiche Chancen. Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf" werden erstmals Lebensverläufe von Frauen und Männern systematisch miteinander verglichen. Der Erste Gleichbehandlungsbericht identifiziert politischen Handlungsbedarf gerade an den Übergängen zwischen einzelnen Lebensphasen – bei der ersten beruflichen Orientierung, bei der Familiengründung oder beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.
Mehr unter Erster Gleichstellungsbericht (PDF)
Medieninhaberin und Herausgeberin: Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst im Bundeskanzleramt Österreich, Minoritenplatz 3, 1014 WienText und Gesamtumsetzung: Abteilung II/1 – Frauenpolitische Grundsatz- und RechtsangelegenheitenGrafische Gestaltung: ARGE GrafikFotonachweise: Andy Wenzel
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