Fledermausschutz im Alpen-Adria-Raum
Die Fledermausart der Hufeisennasen ist in Kärnten, Tirol und Alto Adige vom Aussterben bedroht. Das durch INTERREG III A geförderte Projekt dient der Erforschung und Erhaltung dieser seltenen Arten.
Ausgehend von einer Initiative der Arge Naturschutz wurden 2002 mit Slowenien und Italien grenzüberschreitende Fledermausschutzprojekte gestartet.
Die Schwerpunkte konzentrierten sich in Österreich und Südtirol/Alto Adige auf die Vertreter der Hufeisennasen - einer selten gewordenen Spezies der Fledermäuse. Die Erforschung der Jagdhabitatnutzung sowie der Populations- und Quartierökologie wurden vor allem mit Hilfe der Telemetrie durchgeführt. Dazu bekamen neun erwachsene Tiere Sender umgehängt, um so ihre Bewegungsräume über ein Monat zu beobachten. Die ersten Auswertungen brachten interessante Hinweise auf Jagdhabitate und –verhalten dieser hochgradig gefährdeten Art.
Zu Projektbeginn waren im Norden Sloweniens nur 57 Fledermausquartiere in Gebäuden bekannt. In zwei Sommersaisonen konnten 36 Wochenstubenquartiere - die Brutplätze der Fledermäuse - und etliche andere Fledermausquartiere gefunden werden. Es wurden auch viele potenzielle Winterquartiere auf Vorkommen von Fledermäusen überprüft. In einigen slowenischen Quartieren der Wimperfledermaus wurden zudem detaillierte Untersuchungen zu den mikroklimatischen Verhältnissen durchgeführt.

Fledermäuse
Abendsegeler, Mausohren, Langohren, Hufeisennasen – die Welt der Fledermäuse ist vielfältiger als man denkt. (© Dietmar Nill)
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt in Österreich war der Test einer in Großbritannien und Irland entwickelten Monitoring-Methode. Zu diesem Zweck wurden ausgewählte Strecken mit dem Auto langsam abgefahren und die Fledermausrufe mit einem Zeitdehnungs-Detektor aufgezeichnet. In den Untersuchungsjahren 2005 und 2006 wurden so insgesamt 1606 Aufnahmen von Fledermausrufen gemacht, darunter über 500 Nachweise der Zwergfledermaus.
Viele Fledermausarten haben im Projektgebiet ihre Wochenstubenquartiere fast ausschließlich in und an Gebäuden. Dies führt bei Umbauten zu einem hohen Gefährdungspotenzial. Aus diesem Grund wurde der Beratung bei Planung und Ausführung von Renovierungsarbeiten besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Die verschiedenen Maßnahmen zum Schutz der Fledermäuse wurden durch eine Vielzahl unterschiedlicher öffentlichkeitswirksamer Aktivitäten begleitet, wie Exkursionen, Schulprojekte, "Bat Nights" und Vorträge, sowie durch Informationsbroschüren und Websites.
Projektträger:
Arge Naturschutz, Gasometergasse 1,
9020 Klagenfurt, Klaus Krainer
Projektpartner im Nachbarland:
Center za kartografijo favne in flore (Centre for Cartography of Fauna and Flora),
Slovensko drustvo za proucevanje in varstvo netopirjev (Slovenian Association for Bat Research and Conservation)
Weitere Projektpartner:
Prirodoslovni muzej Slovenje (Slovenian Museum of Natural History)
Realisierungszeitraum: 01/2003 – 01/2007
EU-Programm: INTERREG III A Österreich-Slowenien
abgerechnete Gesamtkosten: 86.400 Euro
EFRE-Anteil: 43.200 Euro
nationale Kofinanzierung: Land Kärnten, Bund (BMLFUW)
Websites:
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