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Ein EU-Schlusslicht bei der Einkommensgerechtigkeit für Frauen zu sein, ist beschämend.
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek lud Vertreterinnen von Institutionen und NGOs ein, ihre Ideen zur Gleichstellung der Frauen am Arbeitsmarkt einzubringen.
Im Regierungsprogramm sei der nationale Aktionsplan (NAP) für die Gleichstellung von Frauen festgeschrieben. "Das ist jedoch nur der Rahmen, jetzt sind Praktikerinnen und Expertinnen mit ihren Ideen zur Umsetzung gefragt", betonte Heinisch-Hosek, die zu einer "Openspace"-Konferenz eingeladen hatte.
Die Anliegen waren vielfältig: Sie reichten von Quotenregelungen in allen Bereichen bis zum effektiven Schutz der Frauen vor Gewalt.
Als besonders wichtig stuften die Frauen die Einkommenstransparenz ein. Betriebe sollten gesetzlich verpflichtet werden, ihr Gehaltsschema offenzulegen und die Gehälter samt Zulagen und Prämien bekanntzugeben. "Enttabuisiert das Reden übers Geld", forderten die Expertinnen. "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Frauen und Männern ist eine Frage der gerechten Verteilung. Das müssen wir jetzt angehen", sagte die Frauenministerin.
Die Neubewertung weiblicher Arbeit war ebenso ein zentrales Anliegen der Expertinnen. Es sei nicht argumentierbar, dass Erwerbstätige in den typisch weiblichen Berufsfeldern wie Pflege, Bildung oder Sozialarbeit deutlich niedriger bezahlt würden und auch oft in prekären Verhältnissen arbeiten müssten. Es sei daher dringend notwendig, dass bei der Verhandlung der einschlägigen Kollektivverträge die betroffenen Frauen repräsentiert seien und diese nicht allein von Männern ausgehandelt würden. "Die Wirtschaftskrise bietet auch einen Chance, die Arbeit der Frauen neu zu bewerten."sagte Heinisch-Hosek.
Vehement sprachen sich viele Frauen für verschärfte gesetzliche Regelungen auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt aus. Wirtschaftsförderungen und Transferleistungen bis hin zur Betriebsanlagengenehmigung sollten von der entsprechenden Frauenförderung im Betrieb abhängig gemacht werden.
Wichtig erscheint den Frauen auch eine verpflichtende Berufsorientierung für Mädchen und Buben, die schon in Kindergarten und Schule beginnen sollte. Frühzeitig sollen Talente erkannt und gefördert werden. Dafür seien auch die Pädagoginnen, Pädagogen und Ausbildenden entsprechend zu schulen.
Die vielen Anregungen werden nun vom Frauenministerium zu einem Maßnahmenpaket zusammengefasst, das Ende 2009 vom Ministerrat beschlossen werden soll."Niemand will diese gewaltig auseinanderklaffende Gehaltsschere. Meine Initiative zur Einkommenstransparenz soll der erste Schritt sein, um hier aktiv zu werden. Denn dass wir mit dieser Einkommensschere ein Schlusslicht innerhalb der EU sind, ist beschämend", so Heinisch-Hosek. "Aber ich brauche die Unterstützung von Frauen aus allen Institutionen und Ebenen. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel", so die Ministerin abschließend.
Rückfragehinweis:Mag. Dagmar StrobelPressesprecherin derBundesministerin Gabriele Heinisch-HosekTel.: 01 531 15-2149dagmar.strobel@bka.gv.at
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