04.09.2008
Interview mit Sport-Staatssekretär Lopatka in "Kleine Zeitung"

Sport lebt vom Glückspiel

Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka will BSO und ÖOC fusionieren.

Kleine Zeitung: Alles wird teurer, auch der Sport. Ist auch weiterhin genügend Geld vorhanden?

Reinhold Lopatka: Genug kann nie sein, aber es gibt eine jährliche Steigerung. Wir bekommen einen bestimmten Prozentsatz von den Glückspiel-Einnahmen der Lotterien. Und da ist im Internet-Geschäft noch ein kräftiges Plus möglich. Werde ich wieder Staatssekretär, will ich versuchen, auch andere Geldquellen an zu zapfen.

Kleine Zeitung: Geld von den Lotterien gibt es aber nur, wenn die EU das Glückspiel-Monopol nicht zu Fall bringt, oder?

Reinhold Lopatka: Die Sorge, dass das passiert, hält sich in Grenzen, denn alle wichtigen Nationen wollen es beibehalten. Auch dort ist das Sportbudget mit den Glückspiel-Einnahmen verknüpft.

Kleine Zeitung: Verknüpft ist auch das Geld des Bundes mit jenem der Sportpark GesmbH in Klagenfurt in Sachen Ballsportkompetenzzentrum. Dieses ist jetzt noch ein Rohbau. Zahlt der Bund für die Fertigstellung?

Reinhold Lopatka: Normal gibt es keine Veranlassung für Möbel zu zahlen. Da in Kärnten aber ein Ballsportkompetenzzentrum entstehen soll, wird es noch Verhandlungen geben.

Kleine Zeitung: Demnächst geht eine Expertenrunde daran, einen Fahrplan für die Ballsporthalle in Klagenfurt zu erarbeiten. Am Ende sollen ein Topsport-Austria-Trainingszentrum und ein Olympiastützpunkt stehen. Ist das realistisch?

Reinhold Lopatka: Über einen Olympia-Stützpunkt entscheidet das ÖOC. Es sollte aber in Klagenfurt gleich leicht sein einen zu installieren wie in Dornbirn. Eines ist aber klar - es gibt kein Geld, wenn beim Ballsportkompetenzzentrum die Fachverbände nicht in die Planung eingebunden sind.

Kleine Zeitung: Nun zum Spitzensport. Spätestens seit Olympia ist klar - wir brauchen neue Strukturen. Sehen Sie das auch so?

Reinhold Lopatka: Ja, wir müssen die Spitzensportförderung konzentrieren. Es darf nicht sein, dass die Bundes-Sportorganisation, das ÖOC und die Sporthilfe sich darüber getrennt Gedanken machen. Ich will die BSO und das ÖOC mittelfristig unter einem Dach sehen, wie in Deutschland, Italien und der Schweiz.

Interview: Joschi Kopp