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"Papa-Monat ist noch nicht finalisierungsreif."
Wiener Zeitung: Wozu brauchen wir heute noch ein Frauenministerium?
Heidrun Silhavy: Solange Frauen benachteiligt sind, muss man darauf hinweisen, Bewusstsein bilden und sich einmischen. Das werde ich in allen Politikfeldern tun. Natürlich würde ich mir mehr Kompetenzen wünschen, aber Frauenfragen müssen als Querschnittsmaterie überall berücksichtigt werden.
Wiener Zeitung: Was zeichnet Sie für diese Aufgabe aus?
Heidrun Silhavy: Ich habe ein umfangreiches Wissen über Frauenbiografien und kenne die Arbeitswelt der Frauen aus meiner Zeit als ÖGB-Frauensekretärin in der Steiermark sehr gut. Außerdem bin ich 52 Jahre Frau, davon 25 Jahre aktiv mit Frauenagenden beschäftigt.
Wiener Zeitung: In 17 Jahren Frauenministerium hat sich zwar juristisch für die Frauen im Land viel verbessert. Die Einkommensschere klafft dennoch auseinander. Wie wollen Sie da Fortschritte erzielen?
Heidrun Silhavy: Ich werde mich sehr bald mit der Gewerkschaft zusammensetzen und die Lohnfindungssysteme unter die Lupe nehmen. Diese basieren auf alten, frauendiskriminierenden Bewertungen. Kraft - der Männer - war früher wichtig, also wird sie besser bezahlt als feinmotorische Arbeit, die Frauen erledigen. Da muss man neue Bewertungen finden. Wir müssen das Übel an der Wurzel packen und aus den Köpfen der Menschen das Bewusstsein streichen, dass Frauen nur dazuverdienen.
Wiener Zeitung: Was wollen Sie zuerst umsetzen?
Heidrun Silhavy: Ich möchte, dass alle Gesetze nicht nur auf ihre finanziellen, sondern auch auf geschlechtsspezifische Auswirkungen überprüft werden.
Wiener Zeitung: Frauenministerin Doris Bures hat Ihnen Vorarbeiten für den Papa-Monat hinterlassen. Wann werden Sie das finalisieren?
Heidrun Silhavy: Von einer Finalisierung sind wir noch relativ weit entfernt. Für mich ist ganz zentral, dass Väter von Anfang an bei ihren Kindern sein können. Ob man das Papa-Monat nennt oder sonst wie, ist mir egal.
Wiener Zeitung: Was halten Sie von Quoten?
Heidrun Silhavy: Ich bin eine Verfechterin von Quoten als Hilfsmittel, um in der Gesellschaft Halbe-Halbe zu erreichen.
Wiener Zeitung: Wie lange hält diese Regierung noch? Sitzen Sie auf einem Schleudersitz?
Heidrun Silhavy: In der Politik sitzt man immer auf einem Schleudersitz. Auf Spekulationen über die Regierungsdauer lasse ich mich nicht ein. Jetzt arbeite ich mit voller Kraft.
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