25.01.2008
Bundesministerin Bures im Interview mit "Österreich"

"Geringe Frauen-Einkommen alarmierend"

ÖSTERREICH: Wie alarmierend ist der EU-Genderbericht?

Bures: Sehr alarmierend. Wieder zeigt sich, wie schnell es zu Rückschritten kommt, wenn Frauenpolitik nicht zur zentralen Aufgabe erklärt wird.

ÖSTERREICH: Verdienen Frauen weniger, weil sie in Teilzeitjobs arbeiten?

Bures: Teilzeitarbeit ist ein Faktor. Frauen tragen den Großteil der Familienarbeit und kommen daher im Beruf schlechter voran. Frauen sind häufiger in schlecht bezahlten Jobs tätig und es kommt noch immer vor, dass sie niedriger bezahlt werden, nur weil sie Frauen sind.

ÖSTERREICH: Warum verdienen Frauen in anderen europäischen Ländern mehr?

Bures: Länder mit einem guten Angebot an Kinderbetreuung haben eine höhere Frauenbeschäftigung und eine kleinere Einkommensschere. Die Zauberformel ist bekannt: Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

ÖSTERREICH: Wann kommt die Koppelung der Wirtschaftsförderung an Frauenförderungsmaßnahmen?

Bures: Das Konzept ist in Arbeit. Ich werbe derzeit dafür in der Wirtschaft - und ganz massiv in der ÖVP. Unternehmen, die ihren Mitarbeiterinnen Weiterbildungskurse, Kinderbetreuung oder Wiedereinstiegsprogramme anbieten, sollen mehr aus dem Topf erhalten.

ÖSTERREICH: Braucht es verpflichtende Frauenquoten in privaten Unternehmen?

Bures: Das norwegische Modell hat Charme - und es zeigt Wirkung.

(kaa)