15.12.2007
Andreas Wabl zu Verhandlungsergebnis von Bali

Andreas Wabl bezeichnete heute in einer ersten Reaktion das Verhandlungsergebnis von Bali als "überraschende Wende in letzter Minute". Insbesondere die Aufnahme von klaren und wissenschaftlich abgesicherten Zahlen in der Post-Kyoto-Arbeitsgruppe zeigen deutlich, dass sich das unermüdliche Engagement aller Beteiligten ausgezahlt habe. Die Zahlen seien zwar nur im Text für die Kyotostaaten festgehalten und nicht Bestandteil in der Bali-Roadmap, da aber beide Prozesse zusammen hängen würden, sei das Ergebnis dennoch erfreulich.

"Die überwältigende Mehrheit der Länder hat verstanden, dass wir keine Zeit für Experimente mit freiwilligen Reduktionsverpflichtungen haben. Die Gemeinschaft aller Staaten muss bis 2020 ihre Emissionen erheblich reduzieren", so der Klimaschutzbeauftragte Andreas Wabl. Wabl hob die durchwegs konstruktive Rolle der Entwicklungs- und Schwellenländer im Verhandlungsprozess hervor. Auch die Europäische Union habe in kritischen Momenten vermittelt und eine in der Sache bestimmende Rolle gespielt. "Viele Kritiker der EU werden nun anerkennen müssen, dass das Bündnis der europäischen Staaten gerade im Bereich des Klimaschutzes eine enorme Schlagkraft entwickeln kann", so Wabl.

Positiv am Verhandlungsergebnis sei die Einigung über einen Adaptionsfonds für ärmere Länder, sowie Maßnahmen zur Förderung von Technologietransfers in die Entwicklungs- und Schwellenländer. Beide Instrumente müssten aber noch ausgebaut werden, auch was die nötigen Transfers vom Norden in den Süden betrifft, zeigt sich Wabl überzeugt.