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Bures will Auszeichnung für Betriebe, die Frauen fördern nach dem Vorbild des E-Quality-Zertifikats in Deutschland
Bures und Ederer Bundesministerin Bures will Auszeichnung für Betriebe, die Frauen fördern nach dem Vorbild des E-Quality-Zertifikats in Deutschland (© HBF/Weiss)
Frauenministerin Doris Bures sprach sich heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Brigitte Ederer, Vorstandsvorsitzende der Siemens AG Österreich, für eine Verstärkung der Frauenförderungsprogramme in der Privatwirtschaft aus. Die Ministerin kündigte einen öffentlichkeitswirksamen Preis für Unternehmen an, der Frauen im Berufsleben besonders unterstützt. Ausgeschrieben werden soll der Preis erstmals im Herbst. Vorbild für diesen Preis ist das Total E-Quality-Zertifikats in Deutschland, das an Unternehmen geht, die sich nachweislich und nachhaltig in ihrer Personalpolitik für Chancengleichheit einsetzen. So wurden in Deutschland bereits folgende Projekte ausgezeichnet: Ein Betrieb, der junge Mütter eine Ausbildung in Teilzeit ermöglicht, ein Betrieb, der Akkordarbeiterinnen durch Umschulungsmaßnahmen zu Facharbeiterinnen ausbildet, ein Zusammenschluss von 15 Unternehmen, die nach Bedarf eine Kinderbetreuung für Kinder bis 12 Jahren in der Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr ermöglichen.
Bures verwies auf die jüngsten Empfehlungen der OECD und des WIFO-Weißbuchs vom Oktober 2006, die Beschäftigungsquote von Frauen zu erhöhen und den Umstand, dass Frauen in Österreich um rund 18 Prozent weniger verdienen als Männer. Im EU-Durchschnitt beträgt diese Differenz im Vergleich dazu 15 Prozent. Bures: „Es gibt kein Geheimrezept gegen die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt. Aber es können eine Reihe von Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierungen gesetzt werden. Zunächst müssen wir das Bewusstsein für diese Diskriminierungen schärfen“. Darüber hinaus, so die Ministerin, müssten mehr Kinderbetreuungseinrichtungen geschaffen werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu vereinfachen. Zu diesem Zweck werde die Bundesregierung in den nächsten drei Jahren jährlich 20 Millionen Euro als Anstoßfinanzierung für die Länder zur Verfügung stellen. Brigitte Ederer plädierte für die Schaffung von Betriebskindergärten. Damit werde die Rückkehr von Frauen nach der Karenzzeit wesentlich erleichtert.
Bei Hewlett Packard International beispielsweise, wo es 26 verschiedene Arbeitszeitmodelle und eine Kontaktpflege während der Karenz gibt, kehren 97 Prozent der Mitarbeiterinnen nach der Schwangerschaft wieder auf ihren Arbeitsplatz zurück. Im Österreichschnitt sind es hingegen lediglich 51 Prozent der Frauen, die wieder auf ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.
Frauen für nichttraditionelle Berufe zu gewinnen, sei ein weiterer Schritt, um die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu verkleinern, erklärte Frauenministerin Bures. Als ein Instrumentarium in diese Richtung nannte sie den Blum-Bonus und die Bewerbung von zukunftsorientierten Berufen im Bereich der Technik und im Dienstleistungssektor. Bures: "Mehr Frauen im Berufsleben bedeutet nicht nur Unabhängigkeit und damit Gerechtigkeit. Eine höhere Beschäftigungsquote erhöht auch die allgemeine Kaufkraft und stimuliert damit die Wirtschaft. Frauenprogramme rechnen sich.“
Rückfragehinweis:Bundespressedienst
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