16 Tage gegen Gewalt an Frauen 2011
"Gewalt kommt nicht in die Tüte" lautet es ab dem 25. November auf Tragtaschen der Firma Zielpunkt, die sich mit ihren 310 Filialen an der diesjährigen Kampagne der Frauenministerin beteiligt.
Nach wie vor ist das Thema "Gewalt gegen Frauen und Mädchen" angst- und schambesetzt. Trotz Aufklärungsarbeit der Frauen- und Opferschutzberatungsstellen sowie der Polizei wird Gewalt aus der öffentlichen Diskussion verdrängt und verharmlost. Die Frauenministerin möchte mit dieser Aktion die Öffentlichkeit sensibilisieren und auf das Hilfsangebot hinweisen. Die Tragetaschen sind mit der Nummer der Frauenhelpline (0800 222 555), die 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar ist und Erst- und Krisenberatung anbietet, bedruckt.
Das Ziel besteht aber nicht nur in der Vermittlung Betroffener, dass es Einrichtungen gibt, die professionelle Hilfe anbieten, sondern auch darin, Nachbarschaft und Freundeskreise potentieller Opfer zum Hinschauen und Helfen aufzufordern.
Die Tragetaschen werden am 25. November in einer Pressekonferenz der Frauenministerin und Zielpunkt gemeinsam mit Hans Krankl präsentiert.
High-Risk Victims – Beziehungsmorde 2008-2010
Im Auftrag der Frau Bundesministerin erstellt das Institut für Konfliktforschung eine Studie, mit der alle Gerichtsakten über Hauptverhandlungen der Jahre 2008, 2009 und 2010, bei denen es um (versuchte) Tötungsdelikte in Paarbeziehungen ging, analysiert werden.
Durch die Untersuchung der Gerichtsakten zu Morden und Mordversuchen in familiären Beziehungen sollen Erkenntnisse über Besonderheiten von Hochrisikoopfern gewonnen werden. Damit wird eine Basis für die Entwicklung von speziellen Präventionsmaßnahmen geschaffen, um das Risiko von Beziehungsmorden zu minimieren.
Es werden auch sämtliche Gerichtsakten, die Frauen betreffen, die ihre Partner getötet haben, in diese Untersuchung einbezogen.
Zwangsverheiratung - Ausbildung zu Multiplikatorinnen in den Peers
Die im Vorjahr gestartete Aus- und Weiterbildung für junge Frauen der 2. und 3. Generation mit Migrationshintergrund fand heuer ihren Abschluss.
Junge Frauen, die selbst von Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen waren und durch Eigeninitiative Hilfe gesucht haben, wurden dazu ausgebildet, anderen potentiellen Opfern zu helfen.
Die Teilnehmerinnen wurden im Bereich der Interkulturellen Handlungskompetenzen gestärkt und haben dadurch nicht nur bessere Chancen am Arbeitsmarkt erlangt, sondern agieren gleichzeitig auch als Expertinnen für die Bereiche "Zwangsheirat", "Genitalverstümmelung" und "Generationenkonflikt".
Die Frauenministerin wird am 5. Dezember Zertifikate an die Absolventinnen übergeben.
Bis der Tod uns scheidet
Das Buch "Bis der Tod uns scheidet" erzählt drei Geschichten von Frauen, die sich aus Gewaltbeziehungen befreien konnten. Die Frauenministerin hat es Anfang Dezember an Absolventinnen und Absolventen der Polizeischule übergeben und damit einerseits den unverzichtbaren Einsatz der Polizei bei der Prävention und Bekämpfung von Gewalt gewürdigt, und andererseits zur Sensibilisierung von jungen Polizistinnen und Polizisten beigetragen.
Frei leben ohne Gewalt - Fahnenaktion
Als Zeichen der Solidarität mit allen Frauen, denen das grundlegende Menschenrecht auf ein gewaltfreies Leben verwehrt wird, wird auch heuer wieder die Fahne "Frei leben ohne Gewalt" am Regierungssitz der Frauenministerin angebracht.
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