EQUAL : Experimentierlabor für neue Ideen am Arbeitsmarkt
EQUAL wurde ins Leben gerufen, um europaweit neue Methoden und Ansätze zur Bekämpfung benachteiligter Personengruppen auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln und zu erproben. Zentrales Element ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen der Bereiche Arbeitsmarkt und Bildung. In Österreich wurden durch diesen Ansatz neue Zielgruppen erreicht und methodische, organisatorische und inhaltliche Neuerungen erzielt.

Die EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL (englischer Ausdruck für 'gleich') 2000 - 2006 hatte das Ziel, neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierung benachteiligter Personengruppen auf dem Arbeitsmarkt zu finden, zu erproben und zu verbreiten. Damit sollen ein hohes Beschäftigungsniveau, die Gleichstellung von Frauen und Männern, eine nachhaltige Entwicklung sowie der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt gefördert werden. Wesentliche Prinzipien von EQUAL sind die branchen-, regions- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit von Akteuren im Rahmen so genannter Entwicklungspartnerschaften und Innovation hinsichtlich Methoden, Instrumenten und Themen.
Die Umsetzung in Österreich
EQUAL wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie dem Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz durchgeführt.
Das gesamte Finanzvolumen von EQUAL Österreich betrug 207 Millionen Euro, wobei sich die Finanzierung von Projekten je zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus nationalen öffentlichen Mitteln zusammensetzte. Österreich konzentrierte sich vor allem auf Maßnahmen für Menschen mit Behinderung, Migranten und ältere Menschen. Gender-Mainstreaming sowie Informations- und Kommunikationstechnologien flossen als Querschnittsthemen in alle Aktivitäten ein. EQUAL Österreich hatte einen starken experimentellen Charakter.
Gemeinsam mehr erreichen – durch neue Formen der Zusammenarbeit
110 Entwicklungspartnerschaften wurden in Österreich ausgewählt. Vernetzung und Voneinanderlernen waren wichtige Elemente der Projekte, weshalb nationale und internationale Module fixe Bestandteile der Arbeit der Entwicklungspartnerschaften waren.
EQUAL stellte eine sinnvolle und wichtige Ergänzung zur aktuellen österreichischen Arbeitsmarktpolitik dar. Sowohl organisatorisch als auch methodisch und inhaltlich konnten wesentliche Neuerungen in Österreich erzielt werden: Organisationen und Institutionen bündelten ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen und stimmten ihre Aktivitäten aufeinander ab. Zudem wurden unterschiedliche regionale Regelungen aufeinander abgestimmt, etwa im Behindertenbereich.
Viele neue Projekte, Methoden und Instrumente zur Integration von diskriminierten Personengruppen wurden entwickelt und erprobt. Bestimmte Personengruppen konnten durch das vernetzte Vorgehen viel besser erreicht werden. Erstmalig wurden Personengruppen ins Zentrum der Maßnahmen gerückt, die in Österreich bisher kaum oder nur wenig Förderung erfahren haben, beispielsweise Asylwerber, Personen mit Migrationshintergrund und niedrig qualifizierte Personen mit mehrfachen Problemlagen wie zum Beispiel Jugendliche mit Behinderung. Mittels Forschung und begleitender Evaluierung konnte neues Wissen über diese Zielgruppen gewonnen werden.
Wesentlich für EQUAL ist auch das Element der Nachhaltigkeit: Gute Erfahrungen sollen in das Regelwesen überführt und neue Ansätze auch nach Ende des Programms fortgeführt werden. Einige gesetzliche Neuerungen in Österreich sind zum Teil auf Pilotprojekte von EQUAL zurückzuführen, etwa die Möglichkeit der Teilqualifizierungslehre als Bestandteil der integrativen Berufsausbildung, der Dienstleistungsscheck für die soziale Absicherung von Hilfskräften im Haushalt und der Musterkollektivvertrag für den Sozial- und Gesundheitsbereich.
Detailinformationen finden Sie auf der .
Kontakt:
Mag. Doris Ballwein
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Abteilung II/9-ESF
Tel.: +43 1 711 00-5408
doris.ballwein@bmwfj.gv.at