Frauen in Spitzenpositionen
Gabriele Heinisch-Hosek
© Astrid Knie
Wir bekennen uns im Regierungsprogramm dazu, den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen zu erhöhen. Dieser Herausforderung müssen wir uns alle gemeinsam stellen. Darum hat sich die Bundesregierung in einem ersten Schritt zu einer Frauenquote für Aufsichtsräte staatsnaher Unternehmen verpflichtet (siehe Modelle in Österreich). Mit dieser Onlineplattform führen wir die wichtigsten Informationen zum Thema "Frauen in Führungspositionen" zusammen.
Norwegen ist für das Thema ein Vorbild, an dem wir uns orientieren sollten. Dort ist es gelungen, eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten festzuschreiben. Auch in Österreich soll es gelingen, 40 Prozent aller Aufsichtsrat-Positionen mit Frauen zu besetzen.
Natürlich ist das noch ein weiter Weg dorthin, aber wir müssen einmal beginnen. Es ist ja nicht so, dass es nicht genug hochqualifizierte Frauen gäbe, die prädestiniert für Spitzenjobs wären. Die Angst von Männern ist ja meist, dass schlechter qualifizierte Frauen bessere Jobs bekommen. Diesem Argument möchte ich entschieden entgegen treten. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, dass Frauen mit gleicher Qualifikation auch die gleichen Chancen bekommen, damit der Frauenanteil in Spitzenpositionen steigt. Dass es hier noch viel zu tun gibt, ist klar. Vor allem müssen wir junge Frauen noch stärker als bisher motivieren, sich für eine Ausbildung in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Zukunftsberuf zu entscheiden.
Von den Qualifikationen der Frauen kann die Wirtschaft nur profitieren, davon bin ich überzeugt.
Österreich hat jedenfalls in diesem Bereich großen Nachholbedarf. Eine auch auf der Plattform nachzulesende Studie der Arbeiterkammer zeigt, dass in den österreichischen Unternehmen nur knapp fünf Prozent Frauen in der Geschäftsführung vertreten sind. In den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil bei rund neun Prozent. Erste Schritte in die richtige Richtung könnten sein, dass in Unternehmen mit staatlicher Beteiligung die Vorstands- und Aufsichtsratsfunktionen stärker mit Frauen besetzt werden.
Mit dieser Homepage www.frauenfuehren.at will ich einen Beitrag dazu leisten, nationale wie internationale Good Practices aufzuzeigen, Studien und Artikel sowie Meinungen zu diesem Thema der interessierten Öffentlichkeit anzubieten und einen Überblick über bestehende Datenbanken und Netzwerke zu geben. Die Homepage soll als "Drehscheibe" verstanden sein, die es Frauen wie Männern leichter macht, am richtigen Platz oder bei der richtigen Organisation "anzudocken", sich selbst oder ein Angebot sichtbar zu machen oder einfach Informationen zu diesem Thema zu finden.
Denn ich bin überzeugt, es gibt sie, die gut ausgebildeten Frauen, die bereit sind, Führungsverantwortung zu übernehmen. Diesem Potential muss eine Chance gegeben werden – mit oder ohne Quote.
Ihre Gabriele Heinisch-Hosek