Der Steirische Beschäftigungspakt: Sechs regionale Pakte unterstützen die Umsetzung
Gemeinsamer Nutzen und neue Lösungen in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik durch bessere Abstimmung und Koordination auf Landesebene. Dieses Ziel verfolgen die Territorialen Beschäftigungspakte. In der Steiermark ging man noch einen Schritt weiter. Durch die Einrichtung von sechs regionalen Pakten auf NUTS-III-Ebene wurde die Arbeitsmarktpolitik an die regionalen Erfordernisse angepasst.

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Die Lern-und Entwicklungswerkstätte Oststeiermark GmbH (LEO) schult Langzeitarbeitslose. (© LEO)
Der Steirische Beschäftigungspakt (STEBEP) wurde im Dezember 2001 vom Land Steiermark und vom Arbeitsmarktservice Steiermark unterzeichnet.
Neben den Vertragspartnern wirken im STEBEP auch die Sozialpartner, das Bundessozialamt, eine Vertretung der regionalen Pakte, Genderexperten und eine Vertretung der Non-Profit-Organisationen
mit. Die Einbindung aller für Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung wichtigen Organisationen führte zur Bündelung der Erfahrungen. Diese flossen in die Entwicklung einer abgestimmten und langfristigen Landesstrategie in der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik ein. Die daraus resultierende integrierte Strategie bildete die Basis für einen wirksamen und abgestimmten Einsatz der verfügbaren finanziellen Mittel.
Neue Lösungen durch Regionalisierung und Vernetzung
Der STEBEP versteht sich als die Steuerungseinheit für strategische Planung und Abstimmung auf Landesebene. Seine strategische Ausrichtung beschreiben zwei Begriffe: Regionalisierung und Vernetzung. Das heißt konkret: In den Regionen Obersteiermark West, Obersteiermark Ost, Oststeiermark, Südweststeiermark, Liezen und Graz/Graz-Umgebung wurden Regionalpakte aufgebaut. Diese sichern die regionale Verankerung der Beschäftigungspolitik in der Steiermark.
Beschäftigungs- und arbeitsmarktpolitische Themen konnten auf diese Weise mit regionalen Entwicklungsschwerpunkten verknüpft werden.
Gleichzeitig wurde auf Landesebene die Verknüpfung von Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik mit anderen Politikfeldern wie Umwelt, Wirtschaft, Kultur, Chancengleichheit und Jugend gezielt verstärkt. Wichtiges Ziel ist es, Bewusstseins- und Willensbildungsprozesse zur Unterstützung innovativer Maßnahmen in der Beschäftigungspolitik anzuregen. Damit eng verbunden ist eine weitere wichtige Aufgabe des STEBEP. Der STEBEP schlägt neue Themen im Bereich Arbeitsmarkt zur Bearbeitung vor, die es zu meistern gilt.
Für die fachmännische Umsetzung der steirischen Beschäftigungsstrategie wurden Strukturen mit klar verteilten Aufgaben geschaffen. Der STEBEP verfügt über eine Koordinationsstelle, die ein sogenanntes Kernteam (Land Steiermark und Arbeitsmarktservice Steiermark als Kernpartner) im operativen Bereich unterstützt. Das Beschäftigungspolitische Forum – bestehend aus Vertretern aller Paktorganisationen – fungiert als Steuerungsgruppe. Die STEBEP-Plattform findet im Zweijahresrhythmus statt und dient allen Mitwirkenden auf Landes- und Regionsebene als Instrument für Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Reflexion.
Die Regionalpakte bottom-up!
Der Aufbau der regionalen Pakte erfolgte gemeinsam mit den Regionalmanagements, die auch als regionale Koordinationsstellen fungieren. Die regionsspezifische strategische Ausrichtung der Regionalpakte wird durch eine Steuerungsgruppe gewährleistet. Hier sind die Vorstände der Regionalmanagements, der regionalen Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice und der regionalen Sozialpartner sowie NGOs, Genderbeauftragte und weitere regional wichtige Partner eingebunden. Ihre Aufgabe ist es, auf Basis der Strategien und Ziele des STEBEP gemeinsam mit allen relevanten Personen eine regionale Beschäftigungsstrategie zu entwickeln, die auf die konkreten Anforderungen der regionalen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik abgestimmt ist. Mit diesem Bottom-up-Ansatz werden ganz bewusst Eigenverantwortlichkeit und Kompetenzentwicklung in Sachen Arbeitsmarktpolitik in den Regionen gefördert. In der konkreten Umsetzung der Pakte sind die regional Verantwortlichen vor allem in folgenden Bereichen gefordert:
- Erstellung und Umsetzung des jährlichen regionalen Arbeitsprogrammes,
- Abstimmung der regionalen Organe der Pakte (Steuerungs-, Arbeits- und Projektgruppen),
- Einbindung regional besonders zu berücksichtigender Zielgruppen,
- Unterstützung der Entwicklung von Pilotprojekten zu regionsspezifischen Themen der Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik.
Kontakt
Mag. Helga Kainer
STEBEP-Koordination, BAB GmbH
Tel.: +43 316 36 22 90
helga.kainer@bab.at