Der Käthe-Leichter-Preis

Käthe Leichter (1895 - 1942)

Käthe Leichter war die erste Frauenreferentin der Arbeiterkammer und sowohl wissenschaftlich als auch politisch im Interesse der Frauen tätig. Sie war eine der interessantesten und bedeutendsten Frauen im politischen Leben der 1. Republik. Ihre sozialpolitischen Erhebungen, beispielsweise über die Lage der Hausgehilfinnen, der Heim- und Industriearbeiterinnen sowie wie das Handbuch der Frauenarbeit in Österreich gehören zu den wichtigsten frauenrelevanten Publikationen der Zwischenkriegszeit. Neu an Käthe Leichters Erhebungen und Analysen war nicht nur, dass sie sich speziell mit der Situation von Frauen beschäftigten, sondern auch, dass sie auf den Erfahrungen von Frauen beruhten, von Frauen verfasst und herausgegeben wurden.

Sie wurde 1938 von der Gestapo verhaftet und im Jänner 1940 in das KZ Ravensbrück überstellt. 1942 wurde Käthe Leichter in der Euthanasieanstalt Bernburg ermordet.

Geschichte des Käthe-Leichter-Preises

Der Käthe-Leichter-Preis wird seit dem Jahr 1991 vergeben, wobei zunächst jährlich

  • jeweils ein Käthe-Leichter-Preis Österreichischer Staatspreis für die Frauengeschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung von der Frauenministerin und dem Sozialminister sowie
  • jeweils ein Käthe-Leichter-Preis für die Frauengeschichte der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung von der Österreichischen Nationalbank und der Arbeiterkammer, gestiftet wurde.

Der Käthe-Leichter-Preis geht auf die Initiative von Herrn Univ.-Doz. Dr. Steiner zurück und wurde in der Realisierung von der damaligen Frauenministerin Johanna Dohnal unterstützt.

Nach einer Unterbrechnung von vier Jahren wurde die Verleihung des Käthe-Leichter-Staatspreises für Frauen- und Geschlechterforschung 2005 wieder aufgenommen und fortgesetzt.

Dokument:
Käthe Leichter-Preis - Liste der bisherigen Preisträgerinnen (PDF 492 kB)

Informationen zum Käthe-Leichter-Staatspreis

Der Käthe-Leichter-Preis soll an Leben und Wirken der Nationalökonomin Käthe Leichter erinnern.

Der Käthe Leichter-Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt wird für hervorragende Leistungen um die Frauen- und Geschlechterforschung im Bereich der Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften wie auch um die Frauenbewegung und die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit, verliehen.

Der Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauen-, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt ist mit 5.000 Euro dotiert und wird vom für Frauenangelegenheiten zuständigen Regierungsmitglied verliehen.

Neben dem Käthe-Leichter-Staatspreis der Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst werden weitere Käthe Leichter-Preise verliehen, und zwar:

  • von dem für Bildung zuständigen Regierungsmitglied in der Höhe von 2.500 Euro,
  • von dem für Wirtschaft zuständigen Regierungsmitglied jährlich alternierend mit dem für Wissenschaft und Forschung zuständigen Regierungsmitglied in der Höhe von 2.500 Euro,
  • von dem für Arbeit zuständigen Regierungsmitglied in der Höhe von 2.500 Euro,
  • von der Arbeiterkammer Wien in der Höhe von 2.500 Euro und
  • von der Oesterreichischen Nationalbank in der Höhe von 2.500 Euro.

Die Nominierung sowie die Wahl der Preisträgerinnen erfolgt durch eine unabhängige Jury – es ist daher keine Eigenbewerbung möglich.

Die Jury setzt sich aus Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung, die auf dem Gebiet der Frauen- und Geschlechterforschung anerkannt sind, universitär und außeruniversitär, aus verschiedenen Disziplinen sowie maßgeblichen Persönlichkeiten der Interessenvertretungen der Arbeitnehmenden und anderer Preisstiftenden zusammen.