Gleichstellung in der Europäischen Union
Richtlinien
Zum Seiteninhalt
Mitteilungen der Europäischen Kommission
Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2010-2015
Die am 21. September 2010 angenommene neue Gleichstellungsstrategie der Europäischen Kommission 2010 bis 2015 orientiert sich an der "Roadmap" 2006 bis 2010 und am Europäischen Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter 2006. In der vorliegenden Strategie werden Maßnahmen dargestellt, die in jenen fünf Schwerpunktbereichen durchgeführt werden sollen, die bereits in der Frauencharta vom März 2010 definiert worden sind. Darüber hinaus fand ein sechster Punkt zum Thema Querschnittsfragen in die Strategie Eingang.
In den folgenden prioritären Handlungsfeldern werden in den nächsten Jahren verschiedene Leitaktionen und Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter gesetzt werden:
- Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit
- Gleiches Entgelt für gleiche und gleichwertige Arbeit
- Gleichstellung in Entscheidungsprozessen
- Schutz der Würde und Unversehrtheit – Beseitigung der Gewalt gegen Frauen
- Gleichstellung in der Außenpolitik
- Querschnittsfragen
Dokumente:
Roadmap für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2006-2010
Der Fahrplan der Europäischen Kommission für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2006-2010 wurde nach einem Konsultationsprozess, u.a. mit dem Beratenden Ausschuss für Chancengleichheit, der High Level Group on Gender Mainstreaming und NGOs, ausgearbeitet.
Der Fahrplan gibt die 6 wichtigsten Handlungsfelder für das Erreichen der Geschlechtergleichstellung 2006-2010 vor:
- Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit für Frauen und Männer;
- Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben;
- gleiche Teilnahme von Frauen und Männern in Entscheidungsprozessen;
- Eliminierung von geschlechtsbasierter Gewalt und von Frauenhandel;
- Beseitigung von Geschlechterstereotypen;
- Förderung der Gleichstellung der Geschlechter außerhalb der EU und in der Entwicklungspolitik.
Es werden die von der Kommission geplanten Maßnahmen angeführt.
Dokument:
- Fahrplan der Europäischen Kommission für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2006-2010 (PDF 265 kB)
Link:
Mitteilung der Europäischen Kommission zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles
In ihrer Mitteilung zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles vom Juli 2007 nennt die Kommission folgende vorrangige Arbeitsfelder:
- Analyse der Möglichkeiten zur Verbesserung des rechtlichen Rahmens und seiner Umsetzung
- Ausschöpfen der Europäischen Strategie für Wachstum und Beschäftigung
- Motivation der Arbeitgeber für die Gleichheit des Arbeitsentgelts
- Austausch bewährter Verfahren auf Gemeinschaftsebene
Dokument:
Mitteilung der Europäischen Kommission hinsichtlich eines verstärkten Engagements für die Gleichstellung von Frauen und Männern (Frauencharta).
Anlässlich des Internationalen Frauentages 2010 sowie des 15. Jahrestages der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking und des 30. Jahrestages der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frauen, hat die Kommission im März 2010 eine Frauencharta angenommen. Die Maßnahmen der Kommission werden sich gemäß Charta an folgenden Grundsätzen orientieren:
- Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit
- Gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit
- Gleichstellung der Geschlechter in Entscheidungsprozessen
- Würde und Unversehrtheit – der geschlechtsspezifischen Gewalt ein Ende setzen
- Gleichstellung der Geschlechter über die Europäische Union hinaus
Link:
Mitteilung zur Umsetzung der Barcelona-Ziele auf dem Gebiet der Betreuungseinrichtungen für Kinder im Vorschulalter (Oktober 2008)
2002 hat der Europäische Rat in Barcelona folgende Ziele beschlossen, um Frauen bei ihrer Beteiligung am Erwerbsleben vermehrt zu unterstützen. Bis 2010 sollen die Mitgliedstaaten für mindestens 90 Prozent der Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulpflichtalter und für mindestens 33 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zur Verfügung stellen. Diese „Barcelona-Ziele“ sind ein integraler Bestandteil der Europäischen Wachstums- und Beschäftigungsstrategie und sollen dazu beitragen, die Beschäftigungsquote junger Eltern, insbesondere der Frauen, zu erhöhen und zu mehr Gleichheit zwischen Frauen und Männern führen.
Link:
Zum Seiteninhalt
Handbuch der Kommission zu Gender Mainstreaming in der
Beschäftigungspolitik
Das Handbuch der Kommission vom Juli 2007 zu Gender Mainstreaming in der Beschäftigungspolitik enthält ein 4-Schritte-Modell mit Beispielen
- zur Anwendung von Gender Mainstreaming in den Politikbereichen Arbeitsmarkt,
- zu Verdienste und Laufbahnen,
- zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Flexicurity (integrierte Strategie zur gleichzeitigen Stärkung von Flexibilität und Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt).
Es soll als wichtige Grundlage bei der Planung von künftigen beschäftigungspolitischen Maßnahmen dienen. Insbesondere soll es den Mitgliedstaaten methodische Unterstützung für eine bessere Einbeziehung der Angelegenheiten der Gleichstellung der Geschlechter in ihre Nationalen Reformprogramme bieten.
Dokumente:
Zum Seiteninhalt
EU-Gleichstellungsberichte
Die Europäische Kommission legt dem Europäischen Rat jährlich einen Bericht über die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter vor, in dem auch die politischen Leitlinien und Prioritäten für die Zukunft festgelegt werden.
Der folgende erste Jahresbericht über die Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern ersetzt den bisherigen jährlichen Gleichstellungsbericht.
Jahresbericht 2010 über die Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern
Der Fortschrittsbericht 2010 beschreibt jüngste Entwicklungen bei der Gleichstellung in der Europäischen Union und in den EU-Mitgliedstaaten. Er ist der erste Jahresbericht der Europäischen Kommission nach Annahme der Strategie für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2010 bis 2015. Die Strategie ist das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission (EK), um die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Politikbereichen zu fördern und Aktionen für Gleichstellung durchzuführen.
In den folgenden prioritären Handlungsfeldern wurden verschiedene Leitaktionen und Maßnahmen zur Gleichstellung der Geschlechter gesetzt:
- Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit
- Gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit
- Gleichstellung in Entscheidungsprozessen
- Würde und Unversehrtheit – der Gewalt gegen Frauen ein Ende setzen
- Geschlechtergleichstellung über die Europäische Union hinaus
- "Governance"
Link:
Gleichstellungsbericht 2010
Der Bericht 2010 widmet sich vor allem den geschlechtsspezifischen Unterschieden im Arbeitsmarktbereich sowie den politischen und legislativen Entwicklungen 2009. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Auswirkungen der Wirtschaftskrise und den entsprechenden politischen Maßnahmen.
Der positive Trend bei der Entwicklung der Frauenbeschäftigung wurde durch die Wirtschaftskrise unterbrochen. Die politische Herausforderung liegt daher in der Forcierung von Gleichstellungsmaßnahmen, da sie für eine Steigerung der Beschäftigungsquote von Frauen sorgen, ihren Beitrag zum BIP und zum Steueraufkommen erhöhen und nachhaltige Geburtenraten gewährleisten. Dementsprechend muss die Gleichstellungsdimension auch in allen Teilen der EU-2020-Strategie berücksichtigt werden.
Folgende Maßnahmen und Aspekte haben dabei Priorität:
- Förderung des Aufschwungs und des nachhaltigen Wachstums durch stärkeres Zusammenwirken von Gleichstellungs- und Beschäftigungsmaßnahmen
- Förderung der Vereinbarkeit des Berufs-, Privat- und Familienlebens von Frauen und Männern
- Förderung der sozialen Eingliederung und der Gleichstellung von Frauen und Männern
- Verhinderung und Bekämpfung von sexualisierter Gewalt
- Umsetzung konkreter Maßnahmen im Gleichstellungsbereich
Link:
Gleichstellungsbericht 2009
Der Gleichstellungsbericht 2009 wurde vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise erstellt. Bei der Erhöhung der Beschäftigungsquote der Frauen in den EU-Mitgliedstaaten im Zeitraum 2002-2007 konnten Fortschritte verzeichnet werden. Der Bericht hält aber auch fest, dass in den Bereichen Teilzeitquoten, Kinderbetreuung, Lohngefälle, Anteil weiblicher Abgeordneter, Frauen in Führungspositionen und Armutsgefährdung noch viel getan werden muss, um die Gleichstellung der Geschlechter auf europäischer Ebene umzusetzen.
Als Herausforderungen für die Zukunft werden vor allem folgende Aspekte betont:
- Förderung einer ausgewogenen Aufteilung privater und familiärer Pflichten unter Frauen und Männern
- Bekämpfung von Stereotypen, damit Frauen und Männer ihr Potenzial voll ausschöpfen können
- Förderung einer paritätischen Vertretung von Frauen und Männern in Entscheidungsprozessen und Führungspositionen
- Bewusstseinsschärfung für die Problematik der Geschlechterungleichheiten
Link:
Gleichstellungsbericht 2008
Im Gleichstellungsbericht 2008 hebt die Europäische Kommission die kontinuierlich gestiegene Erwerbsbeteiligung von Frauen positiv hervor. Im EU-Durchschnitt sank der Unterschied zwischen den Beschäftigungsquoten von Frauen und Männern von 17,1 Prozent im Jahr 2000 auf 14,4 Prozent in 2006. Die Arbeitslosenquote von Frauen erreichte mit 9 Prozent im EU-Durchschnitt den niedrigsten Stand seit Jahren.
Große Unterschiede bestehen jedoch weiterhin in der Qualität der Arbeitsplätze von Frauen und Männern. So blieb das geschlechtsspezifische Lohngefälle im EU-Durchschnitt von 2003 bis 2006 stabil bei 15 Prozent. Auch die Anzahl von Frauen in Führungspositionen hat sich im EU-Durchschnitt nicht wesentlich erhöht, ihr Anteil blieb bei 33 Prozent. Zudem sieht die Kommission weiteren Nachholbedarf, was die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben angeht.
Dokument:
Gleichstellungsbericht 2007
Zwei wesentliche Ergebnisse waren im Jahr 2006 zu verzeichnen:
- die Kommission hat einen Fahrplan für die Gleichstellung für den Zeitraum 2006-2010 angenommen und
- der Europäische Rat den Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter.
Mit dem Fahrplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern vom 1. März 2006 hat die Kommission ihre Prioritäten und ihren Aktionsrahmen für die Förderung der Gleichstellung bis zum Jahr 2010 festgelegt.
Der Europäische Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter zeigt die Entschlossenheit der Mitgliedstaaten, sich energisch einzusetzen
- für Maßnahmen zur Beseitigung der geschlechtsspezifischen Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt und des Lohnunterschieds zwischen Frauen und Männern,
- für die bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie
- zur Steuerung durch Gender Mainstreaming.
Dokument:
Zum Seiteninhalt
Europäischer Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter, 2011
Der Rat der Europäischen Union hat den Europäischen Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter für den Zeitraum 2011 bis 2020 angenommen. Er enthält von Seiten der Mitgliedstaaten eine Verpflichtung von politischer Bedeutung und soll insbesondere dazu beitragen, die Gleichstellung der Geschlechter in der EU-Strategie für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum "Europa 2020" durchzusetzen.
Im neuen Pakt werden Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten und der Europäischen Union zur Beseitigung der geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede, zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben für Männer und Frauen, zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zur besseren Politikgestaltung durch Gender Mainstreaming eingefordert. Die Perspektive der Geschlechtergleichstellung ist von den Mitgliedstaaten bei der Gestaltung der Nationalen Reformprogramme und von der Europäischen Kommission bei der Erstellung der länderspezifischen Empfehlungen und dem jährlichen Wachstumsbericht zu berücksichtigen.
Dokument:
Europäischer Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter, 2006
Der Europäische Pakt für die Gleichstellung der Geschlechter, der ursprünglich auf eine Initiative Schwedens zurückgeht, wurde beim Frühjahrsrat im März 2006 angenommen und greift die Verankerung der Gleichstellung in den Zielen und der Strategie von Lissabon erneut auf. Er soll im Rahmen der Strategie für Wachstum und Beschäftigung insbesondere die Gleichstellung von Frauen und Männern und Verringerung geschlechtsspezifischer Unterschiede am Arbeitsmarkt, Verbesserungen im Bereich Kinderbetreuungsangebote und Versorgungs- und Betreuungsarbeit generell sowie die durchgängige Berücksichtigung der Gleichstellungsperspektive vorantreiben.
Dokument: