Montag, 26. Juni 2006

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Finnische Staatspräsidentin Tarja Halonen zu Besuch in Österreich

Die finnische Staatspräsidentin Tarja Halonen stattet Österreich vom 26. bis 27. Juni einen offiziellen Arbeitsbesuch ab. Auf dem Programm stehen Gespräche mit Bundespräsident Heinz Fischer und EU-Ratsvorsitzendem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Finnland übernimmt nach Österreich am 1. Juli turnusmäßig für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Halonen sprach im Vorfeld ihrer Visite von einem „Treffen mit Freunden“. Sie wolle die sehr guten Beziehungen zwischen Finnland und Österreich noch weiter verstärken. Großes Lob für die „gelungene österreichische EU-Präsidentschaft“ kam auch von Finnlands Botschafterin in Wien, Kirsti Kauppi. ■

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US-Präsident George W. Bush bei EU-USA-Gipfel in Wien

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und in betont freundschaftlicher Atmosphäre verlief der große EU-USA-Gipfel am 21. Juni in Wien. Außenpolitische Hauptthemen des Treffens in der Hofburg waren der Atomstreit mit dem Iran, die Lage im Irak und das in Europa heftig kritisierte US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba. Beobachter sprachen von einer deutlichen Annäherung zwischen der Europäischen Union und den USA.

US-Präsident George W. Bush, der mit seiner Frau Barbara und US-Außenministerin Condoleezza Rice nach Wien gekommen war, zeigte sich den Anliegen und Bedenken der EU-Staaten gegenüber offen und stellte die Abstimmung mit den europäischen Partnern und die transatlantische Kooperation in internationalen Fragen in den Mittelpunkt seiner Botschaft. In der Abschluss-Pressekonferenz mit EU-Ratsvorsitzendem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte Bush, Guantánamo schließen und den Großteil der Gefangenen nach Hause schicken zu wollen. Einige der inhaftierten Terrorverdächtigen müssten jedoch in den USA vor Gericht gestellt werden. Dabei verteidigte der US-Präsident die amerikanische Politik seit den Terrorangriffen vom 11. September 2001 und bezeichnete es als „absurd“, die „USA für gefährlicher zu halten als den Iran“. Gleiches äußerte Schüssel: Es sei „grotesk“ zu sagen, die USA seien eine Bedrohung für den Frieden. „Wir verstehen, was die Anschläge vom 11. September für die USA bedeutet haben“.

In der gemeinsamen Schlusserklärung des Wiener Gipfels bekennen sich USA und EU zur Einhaltung des internationalen Rechts und der Menschenrechte bei der Terrorbekämpfung. Zugleich wird eine verstärkte Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus angekündigt.

Einigkeit demonstrierten EU und USA im Atomstreit. Bush wie auch EU-Ratspräsident Schüssel drängten Teheran, das von den fünf Vetomächten im UNO-Sicherheitsrat und Deutschland ausgearbeitete Kompromisspaket rasch anzunehmen. Die USA bekräftigten ihre Bereitschaft zu direkten Verhandlungen mit dem Iran, wenn Teheran die Uran-Anreicherung aussetze.

Bush warb um die Mitwirkung der Europäer am Wiederaufbau des Irak. Er zeigte Verständnis für differenzierte Einschätzungen des Irak-Krieges, betonte jedoch die Wichtigkeit, den Blick auf den künftigen Irak zu richten.
Der US-Präsident lobte die Balkan-Politik der EU und insbesondere Österreichs und kündigte an, dass die USA den
Prozess der Demokratisierung und der wirtschaftlichen Konsolidierung unterstützen wollen.
Bezüglich der Differenzen bei den Verhandlungen über Liberalisierungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) forderte Bush Fortschritte beim Abbau gegenseitiger Hürden bei Agrarexporten. Beschlossen wurden eine strategische Kooperation in Energiefragen und ein Aktionsprogramm zum Schutz geistiger Eigentumsrechte. EU und USA unterzeichneten zudem ein Abkommen zur verstärkten Zusammenarbeit im Bereich Hochschul- und Berufsbildung.
EU-Ratsvorsitzender Schüssel bezeichnete die Wiener Gespräche mit Bush als „sehr produktiv und positiv“. Meinungsverschiedenheiten sollten „niemals die Tiefe und Qualität der Kooperation zwischen der EU und den USA überschatten“, betonte Schüssel.
Vor dem eigentlichen EU-USA-Gipfel war der US-Präsident zu bilateralen Gesprächen mit Bundespräsident Heinz Fischer zusammengetroffen. Von Wien reiste Bush nach Budapest weiter, wo er an den Gedenkfeiern zum ungarischen Aufstand gegen das kommunistische Regime 1956 teilnahm. ■

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EU-Ratsvorsitzender Bundeskanzler Schüssel: „Europa der Projekte“

„Wir haben mit den Ergebnissen des Europäischen Rates ein rundes und erfolgreiches Paket für Europa geschnürt“, informierte EU-Ratsvorsitzender Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 19. Juni nach dem Ministerrat über den EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel (15./16. Juni).

Österreich habe erreicht, dass Transparenz, Subsidiarität und Sicherheit künftig in den Vordergrund gestellt würden. Trotz Widerstand einiger Staaten sei es gelungen, dass der Rat in seiner gesetzgeberischen Funktion in Zukunft öffentlich tagen werde.

Völlig neu in der Diskussion sei der sicherheitspolitische Aspekt hinsichtlich Integration und Migrationsbewegungen. Man müsse Migration nach innen und außen sehr ernst nehmen, so Schüssel. Dazu gehörten auch die Überwachung der Meere an der westafrikanischen Küste, verstärkte Luftraumüberwachung und die Übernahme des Schengener Acquis (grenzüberschreitendes Kontroll- und Sicherheitsabkommen) durch die Kandidatenländer.

Darüber hinaus sei die Europäische Kommission beauftragt worden, bis Ende des Jahres eine Studie zur Aufnahmefähigkeit der Union zu erstellen. Ziel der Studie sei es, die gemeinsamen Erfahrungen mit den bisherigen Erweiterungen in den weiteren Integrationsprozess einfließen zu lassen. „Das Beitrittsland und die EU müssen aufnahmefähig sein. Erstmals soll die Europäische Kommission eine präzise Definition der Aufnahmefähigkeit ausarbeiten und vorlegen“, erklärte der Bundeskanzler. So könnten etwa finanzielle und politische Kriterien zur Beurteilung herangezogen werden.

Zum Thema EU-Verfassung sagte Schüssel, dass man ein „Europa der Projekte“ fixiert hätte. Die „Substanz der Verfassung“ sei erhalten geblieben. Neue Impulse zum Verfassungsprozess erwarte man unter deutschem Vorsitz. ■

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Bundespräsident Fischer in Ungarn

Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich in einer Rede vor dem Ungarischen Juristentag im ungarischen Balatonfüred am 15. Juni davon überzeugt, dass ein europäischer Verfassungsvertrag geeignet wäre, die weitere Entwicklung der Europäischen Union positiv zu beeinflussen. Das Projekt der Erweiterung der Union erfordere jedoch einen „gesamteuropäischen Demokratisierungsprozess“. Denkbar wäre, dass bei elementaren europäischen Fragen auch die Bürger in europaweiten Referenden direkt mitentscheiden und dann ein positives Resultat vorliege, wenn eine (doppelte) Mehrheit an Stimmen und Mitgliedstaaten erreicht wurde, erklärte Fischer.

Die Akzeptanz des „europäischen Projekts“ könne nur auf dem Boden einer sozialen Marktwirtschaft gedeihen, „die den einzelnen Menschen nicht als bloßen Kostenfaktor betrachtet und dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet ist“, betonte der Bundespräsident. ■

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Ursula Plassnik: Mehr Menschenrechte für Frauen und Mädchen

Der neue Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ist am 19. Juni in Genf zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Er ersetzt die bisherige UNO-Menschenrechtskommission und untersteht der UNO-Vollversammlung. „Lassen Sie nicht zu, dass dieser Rat sich in politischer Taktik oder kleinlichen Manövern verstrickt. Denken Sie immer an diejenigen, denen ihre Rechte verweigert werden“, mahnte UNO-Generalsekretär Kofi Annan in seiner Eröffnungsrede die 47 Mitgliedsländer, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

Außenministerin Ursula Plassnik unterstrich namens der EU die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, potenziellen Opfern von Menschenrechtsverletzungen mit Hilfe dieser neuen UN-Institution rechtzeitig wirksamen Schutz zu bieten.

Als zwei der größten menschenrechtlichen Herausforderungen hob die amtierende EU-Ratsvorsitzende die anhaltende Diskriminierung von Frauen und Mädchen sowie die Einhaltung von Menschenrechtsstandards im Kampf gegen den Terrorismus hervor. „Angesichts anhaltend hoher Gewalt gegen Frauen, des Anstiegs von Frauen- und Mädchenhandel und der wachsenden Auswirkungen von Aids muss der Schutz der Menschenrechte von Frauen und Mädchen energischer vorangetrieben werden“, so Plassnik.

Auch im Kampf gegen den Terrorismus müsse auf die strikte Einhaltung von Menschenrechten und rechtsstaatlichen Prinzipien geachtet werden, betonte Plassnik und nannte vor allem die Unantastbarkeit des Folterverbots. ■

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USA drittwichtigster Handelspartner Österreichs

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind Österreichs größter Überseemarkt und drittwichtigster Handelspartner. Die Exporte erreichten 2005 5,3 Mrd. Euro, die Importe 3,2 Mrd. Euro. Daraus ergab sich für Österreich ein Handelsbilanzaktivum von mehr als 2 Mrd. Euro und gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung des Exportvolumens um 0,4 %. Das bedeutet eine Vervierfachung der heimischen Ausfuhren in die USA innerhalb der letzten zehn Jahre. Weltweit stiegen die österreichischen Exporte im selben Zeitraum um das Doppelte. Auch heuer boomt der Außenhandel mit den USA. Im ersten Quartal 2006 machte das Ausfuhrplus gegenüber der Vorjahresperiode 34,9 % (1,75 Mrd. Euro) aus, ein doppelt so hoher Anstieg wie weltweit. Die Importe legten um 41,3 % (880 Mio. Euro) zu.

Einschätzungen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zufolge bieten die USA – mit 25 % der globalen Wirtschaftsleistung die größte Volkswirtschaft der Welt – für österreichische Betriebe auch künftig die größten Wachstumschancen außerhalb der EU-15. Bis 2007 könnten die Exporte dorthin um weitere 1,3 Mrd. Euro auf rund 7 Mrd. Euro steigen. WKÖ-Präsident Christoph Leitl unterstrich die Dynamik des österreichischen transatlantischen Außenhandels. Österreich müsse weiterhin an der kräftigen US-Konjunktur mitpartizipieren und gegenüber dem dominanten EU-Mitbewerb Marktanteile dazu gewinnen. Speziell in den schon jetzt top-positionierten Exportbereichen wie Umwelt- und Energietechnik, Medizin- und Pharmatechnik, Kfz-Zulieferindustrie oder Energydrinks läge enormes Entwicklungspotenzial, so Leitl.

Auch die Direktinvestitionsbeziehungen zwischen Österreich und den USA sind sehr intensiv. Österreichs Kapitalbestand in den USA lag laut Leitl Ende 2004 bei 2,5 Mrd. Euro. Derzeit sind rund 420 österreichische Niederlassungen und 800 Repräsentanzen erfasst. Umgekehrt erreichte der Kapitalbestand der USA in Österreich Ende 2004 einen Wert von 5,8 Mrd. Euro. Knapp 40.000 Beschäftigte arbeiten bei US-Tochterfirmen in Österreich.

Bei einem im Vorfeld des Wiener EU-USA-Gipfels (21. Juni) veranstalteten Treffen von Eurochambres und US-Handelskammer am 20. Juni unterzeichneten deren Präsidenten Leitl und Thomas Donohue eine Vereinbarung über enge Kooperation beim Bemühen um eine positive Entwicklung der Weltwirtschaft und für eine stabile friedliche Welt. Konkret angesprochen werden u.a. dringend nötige Fortschritte im barrierefreien Welthandel (WTO), gemeinsame Bekämpfung von Raubkopien und Produktpiraterie bzw. Schutz des geistigen Eigentums sowie eine globale Energiepolitik im Hinblick auf erneuerbare Energien. ■

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„Trans Atlantic Business Dialogue“

Parallel zum EU-USA-Gipfel tagte am 21. Juni in Wien der „Trans Atlantic Business Dialogue“ (TABD), dem derzeit 33 Großunternehmen aus der EU und den USA angehören. Mit Magna Steyr ist seit kurzem erstmals auch ein österreichisches Unternehmen TABD-Mitglied. An dem Treffen nahmen u.a. der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Günter Verheugen, Vizepräsident der EU-Kommission, sowie US-Vizehandelsminister Davis Sampson teil. Vereinbart wurden der Ausbau der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sowie eine engere Zusammenarbeit im Energiesektor und bei Zoll- und Grenzkontrollen gegen Produktpiraterie. Bartenstein verwies auf die positive Handelsentwicklung zwischen der EU und den USA. 2005 erreichte das Handelsvolumen inklusive Dienstleistungen einen Wert von über 650 Mrd. Euro.■

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Österreich erhält 3,5 Mrd. Euro für den ländlichen Raum

Österreichs Bauern erhalten aus dem EU-Budget 2007-2013 3,5 Mrd. Euro und damit mehr als bisher (3,3 Mrd. Euro). Darauf haben sich die EU-Landwirtschaftsminister am 19. Juni in Luxemburg geeinigt. EU-weit stehen für die ländliche Entwicklung rund 70 Mrd. Euro bereit. ■

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Österreich bei Kaufkraft Vierter in der EU

Laut Eurostat lag die Kaufkraft der Österreicher 2005 23 % über dem EU-Durchschnitt. Damit hatte Österreich gemessen pro Kopf ex aequo mit den Niederlanden das viertgrößte Bruttoinlandsprodukt in der Union. Auf den Plätzen 1 bis 3 liegen Luxemburg, Irland und Dänemark. ■

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EU-USA-Gipfel: Bildungsabkommen

Im Rahmen des Gipfeltreffens zwischen der Europäischen Union und den USA am 21. Juni in Wien unterzeichneten Außenministerin und EU-Ratsvorsitzende Ursula Plassnik, EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und US-Außenministerin Condoleezza Rice ein Abkommen zu einer verstärkten transatlantischen Zusammenarbeit im Bereich Hochschul- und Berufsbildung. Im Hintergrund stehen auch wirtschaftliche Überlegungen. Auf dem vorangegangen Gipfel in Washington 2005 einigten sich USA und EU auf eine Wachstumsinitiative mit dem Bildungsbereich als Instrument „Synergien über den Atlantik hinweg zu steigern, indem wir stärker wissensbasierte Ökonomien werden“, so Plassnik. Hauptpunkt des auf acht Jahre angelegten Abkommens ist das Transatlantische Diplom-Programm: Partnerinstitutionen sollen gemeinsame Studiengänge ausarbeiten. Studenten absolvieren diese teils in den USA, teils in Europa und erhalten danach entweder ein gemeinsames Abschlussdiplom der Bildungsinstitutionen oder ein so genanntes „doppeltes Diplom“ – de facto je ein Zeugnis von jeder Bildungsinstitution.

Darüber hinaus soll generell auf eine leichtere gegenseitige Anerkennung von im jeweils anderen „Block“ erworbenen Qualifikationen und Bildungsgraden hingearbeitet werden. Vereinigungen von europäischen und US-amerikanischen Bildungsinstitutionen, die in der Vergangenheit erfolgreich beim Studentenaustausch waren, soll die finanzielle Unterstützung verlängert werden. Auch die Kooperation mit dem Fulbright-Programm der US-Regierung wird durch den Vertrag gestärkt. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Senator J. William Fulbright initiiert. Seither profitierten mehr als 250.000 Lehrende, US-Bürger wie Ausländer, von Stipendien für Forschungs- und Lehraufenthalte an Universitäten und Schulen.

Von 2006 bis 2013 wollen EU und USA je 45 Mio. Euro in das transatlantische Bildungsprogramm investieren. Seit 1995 hatte es dafür je 2 Mio. Euro jährlich gegeben. 726 Bildungsinstitutionen sind derzeit in diese Bildungszusammenarbeit involviert. Bisher nahmen 4.000 Studenten an den Austauschprojekten teil. „Mit dem Abkommen werden die Finanzmittel für dieses gemeinsame Bildungsprojekt vervielfacht. Etwa 6.000 Studierende und Lehrende werden davon unmittelbar profitieren. Dieser Austausch leistet einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zur Offenheit. Es ist Condoleezza Rice, Benita Ferrero-Waldner und mir auch ein ganz persönliches Anliegen, junge Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks einander näher zu bringen und zu fördern“, so Außenministerin Ursula Plassnik. ■

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Morak: EU-Präsidentschaft Österreichs für Kultur und Medien positiv

„Die österreichische EU-Präsidentschaft hat im Kultur- und Medienbereich die gesteckten Ziele klar erreicht. Dies ist ein erfreuliches Ergebnis für die europäischen Kulturschaffenden, die europäische Kreativwirtschaft und die europäische Medienlandschaft“, so Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak am 20. Juni in Brüssel vor dem Kulturausschuss des Europäischen Parlaments. Zum Abschluss der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft unterstrich Morak die Vielfältigkeit der Dossiers, die im letzten Halbjahr in Verhandlung standen – von den Förderprogrammen für Kultur und Medien, dem Bürgerschaftsprogramm, über die Revision des Beschlusses „Kulturhauptstadt Europas“, dem Jahr des interkulturellen Dialogs und der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt bis hin zur Empfehlung Jugendschutz und der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste. Morak hob ausdrücklich hervor, dass dies gerade auch durch die enge Kooperation mit den Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission möglich wurde. Auch was die budgetäre Ausstattung der Programme betreffe, könne man mit dem Gesamtergebnis zufrieden sein. Morak traf in Brüssel auch den Vizepräsidenten der Kommission, Siim Kallas, um unter anderem zukünftige Kooperationen von e-Government auf europäischer Ebene zu diskutieren. Seitens der Kommission stieß der österreichische Erfolgsweg der letzten Jahre auf großes Interesse – insbesondere Best Practice-Beispiele wie der elektronische Aktenlauf oder der elektronische Gesetzwerdungsprozess. Morak betonte, dass auf den Gebieten der Anerkennung elektronischer Dokumente, sowie der elektronischen Kommunikation zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten intensive Zusammenarbeit notwendig sei. Nicht zuletzt auch, um elektronische Dienste für die Bürgerinnen und Bürger Europas zu erleichtern. ■

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Wittgenstein-Preis 2006 an Quantenphysiker Jörg Schmiedmayer

Wie Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und der Chef des Wissenschaftsfonds FWF, Christoph Kratky, bekannt gaben, geht der Wittgenstein-Preis 2006 an den Quantenphysiker Jörg Schmiedmayer, dessen Arbeitsfeld die Entwicklung so genannter Atomchips ist. Dabei geht es um eine Verbindung von Quantenmanipulation der Atomphysik und der Quantenoptik mit der Nanotechnologie.

Schmiedmayer, 1960 in Wien geboren, studierte Physik und Astronomie an der Technischen Universität (TU) Wien. Nach seiner Promotion 1987 und Studienaufenthalten an der Harvard University und am Massachusetts Institute for Technology (MIT) kam er 1993 zu Anton Zeilinger ans Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck. 2000 folgte er einem Ruf an die Universität Heidelberg, wo er eine Atomchip-Arbeitsgruppe aufbaute. Der Wissenschafter von Weltruf wurde nun auf eine seit Jahren vakante Professorenstelle für Experimentalphysik an der TU Wien berufen, wo er ein Team aus herausragenden jungen Wissenschaftern aufbauen will. ■

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START-Preise für den Nachwuchs

Während der Wittgenstein-Preis für bereits erbrachte außergewöhnliche Leistungen verliehen wird, geht der START-Preis an junge Forscher für die Realisierung zukunftsträchtiger neuer Projekte. Jährlich werden vom Wissenschaftsministerium maximal fünf START-Preise an Nachwuchswissenschafter vergeben, die nicht älter als 36 Jahre sein dürfen, eine außergewöhnliche internationale wissenschaftliche Publikationstätigkeit aufweisen und im Ausland tätig gewesen sein müssen. Die Preisträger werden von einer internationalen Fachjury ausgewählt.

Hartmut Häffner vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQO-QI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Innsbruck wird für seine Arbeit „Kopplung von Ionenfallen – Quantencomputer“ gefördert.

Norbert Polacek von der Medizinischen Universität Innsbruck forscht über das Ribosom, ein für die Proteinherstellung in allen lebenden Zellen essenzielles Enzym.

Piet Oliver Schmidt vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck befasst sich mit Präzisionsspektroskopie, mit deren Hilfe der interne Zustand von Atomen und Molekülen untersucht werden kann.

Josef Teichmann vom Institut für Wirtschaftsmathematik der TU untersucht stochastische Prozesse, ein Schlüsselwerkzeug zur Modellierung vieler technischer, wirtschaftlicher oder naturwissenschaftlicher Phänomene.

Gerald Teschl, Mathematiker an der Universität Wien, wird für „Spektralanalysis und Anwendungen auf Solitonengleichungen“ ausgezeichnet. Solitonen sind spezielle Wellen, die weder auslaufen, noch brechen, sondern unter bestimmten Bedingungen ihre Größe behalten. In Glasfaserkabeln erreicht man durch Solitonen Übertragungsraten von bis zu zehn Tera-Bit pro Sekunde.

Seit Einführung des Programms 1996 wurden bisher 18 Wittgenstein- und 54 START-Preise mit einer Gesamtfördersumme von 81,5 Mio. Euro vergeben. Wie Bildungsministerin Gehrer betonte, werde damit nicht nur die Ausbildung junger Wissenschafter unterstützt, sondern die Preisgelder hätten schon rund 800 höchst-qualifizierte Stellen ermöglicht. Ein Wittgenstein-Preisträger beschäftige durchschnittlich 15 Mitarbeiter, ein START-Preisträger zehn. ■

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Tod von György Ligeti in Wien

„György Ligeti war seit Jahrzehnten einer der Wortführer der Neuen Musik in Europa und hat die Tonkunst mit unverwechselbaren Klangfarben bereichert. Er hat in Österreich vor 50 Jahren seine zweite Heimat gefunden und hier auch ein breites Publikum für seine Kompositionen begeistert. Er ist 1956 aus Ungarn geflüchtet und wurde rasch einer der großen Österreicher in der Welt der Musik des 20. Jahrhunderts“. Mit diesen Worten würdigten Bundeskanzler Schüssel und Kunststaatssekretär Morak den am 12. Juni, nach langer, schwerer Krankheit in Wien verstorbenen, 1923 in Siebenbürgen (Rumänien) geborenen ungarisch-jüdischen Komponisten. Vater und Bruder wurden von den Nazis ermordet. „Mein Leben, in der Nazizeit und unter kommunistischer Herrschaft, war voll mit Risiken. Ich glaube, das spiegelt sich, dieses Gefühl bleibt“, so Ligeti einmal in einem APA-Interview. Er bereicherte die Musikwelt um in sich verwobene Klangflächen-Kompositionen, sein Orchesterstück „Atmospheres“ wurde 1961 in Donaueschingen begeistert gefeiert. Zu seinen wesentlichen Werken zählt auch die 1978 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Oper „Le Grand Macabre“, die kürzlich auch an der Grazer Oper in einer Inszenierung von Barrie Kosky zu sehen war. Auch außereuropäische Musik, vor allem die hochkomplexen Rhythmen von afrikanischer Musik südlich der Sahara, verarbeitete er originell – etwa in seinem „Poeme symphonique“ für 100 Metronome. Ein großes Publikum zog György Ligeti durch sein sphärisches Musikstück „Lux Aeterna“ in den Bann – Soundtrack zu Stanley Kubricks Film „2001 – Odyssee im Weltraum“. Es wurde bei einem Abschiedskonzert im Wiener Konzerthaus von Pierre-Laurent Aimard (Klavier) und dem Arnold Schönberg Chor interpretiert. Die Bestattungsfeier fand am 26. Juni in der Feuerhalle Simmering am Zentralfriedhof in Wien statt. Die Urne wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt. ■

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Daniel Kehlmann im Preisregen

Preisregen über den 1975 in München geborenen österreichischen Bestseller-Autor Daniel Kehlmann: In Weimar wurde er mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet. Sie lobte Kehlmanns „epische Werke, die sich ebenso spielerisch wie humorvoll in naturwissenschaftlichen und philosophischen Wissensgebieten bewegen“. Seit 1997 hat er sechs Romane und Bände von Erzählungen sowie einen Band mit Essays veröffentlicht. Sein Buch „Die Vermessung der Welt“ steht seit 37 Wochen auf der „Spiegel“-Bestsellerliste, 20 Wochen davon auf Platz eins. Rowohlt verkaufte bisher etwa 580.000 Exemplare. In dem Roman schildert Kehlmann ein „Gipfeltreffen“ zwischen dem Naturforscher Alexander von Humboldt und dem Mathematiker Carl Friedrich Gauss. Es geht dabei um die geistige Freiheit und soziale Verantwortung des Menschen in der modernen Wissensgesellschaft. Auch den Heimito von Doderer-Literaturpreis 2006, dessen Verleihung im September in Köln stattfindet, hat Kehlmann kürzlich erhalten. Die Auszeichnung ist nach dem Wiener Schriftsteller (1896-1966) benannt, der für seinen 1951 erschienen Roman „Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre“ berühmt wurde. ■

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Morak: Matthias Hartmann wird neuer Burgtheater-Direktor

Matthias Hartmann, 43, wird ab der Saison 2009/10 mit einem Fünfjahresvertrag neuer Burgtheater-Direktor und folgt Klaus Bachler, der ab 2008/09 – in der ersten Saison parallel zur Burg – die Bayerische Staatsoper in München leitet. Dies gab Kunststaatssekretär Morak am 13. Juni bekannt. Hartmann repräsentiere „eine neue Generation von Theaterleitern. Er hat schon bisher bewiesen, dass er Erfolg mit hohem künstlerischen Anspruch und Professionalität mit Leidenschaft zu verbinden weiß“. Matthias Hartmann, 1963 in Osnabrück geboren, hat in den vergangenen Jahren eine steile Theaterkarriere absolviert. Ab der Spielzeit 2000/01 war er Intendant des Schauspielhauses Bochum, seit 2005 ist er Intendant am Schauspielhaus Zürich. Am Wiener Burgtheater brillierte er als Regisseur unter anderem von Schillers „Die Räuber“ und Peter Turrinis „Die Liebe in Madagaskar“. ■

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Klimt und Schiele im Boom

Der Kunstmäzen und Kosmetikindustrielle Ronald S. Lauder hat für die von ihm 2001 mitbegründete Neue Galerie in der Fifth Avenue von Manhattan Gustav Klimts restituiertes Porträt „Adele Bloch-Bauer I“ (die „Goldene Adele“) um 135 Mio. Dollar (106,7 Mio. Euro) erworben. Nach den bekannten Verkäufen über Auktionshäuser gilt „Adele“ nun als das teuerste Gemälde der Welt. Den Rekord hatte bisher Pablo Picassos „Junger Mann mit Pfeife“ mit 104 Mio. Dollar gehalten. „Adele Bloch-Bauer I“ ist das wertvollste von fünf Klimt-Gemälden, die im Jänner 2006 nach jahrelangem Rechtsstreit und abschließenden Schiedsspruch von der Republik Österreich an die Bloch-Bauer-Erben um Maria Altmann zurückgegeben wurden. Das New Yorker Museum wird nun alle fünf Klimt-Bilder in einer Schau von 13. Juli bis 18. September zeigen. Auch Gustav Klimts radikaler Freund Egon Schiele erlebt einen ungeahnten Höhenflug: Sein Bild „Herbstsonne“ wurde von einem anonymen Käufer bei Christie’s in London um 17,2 Mio. Euro ersteigert. ■

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Salzburg offizieller Kandidat für Olympische Winterspiele 2014

„Salzburg wird sich als die Bewerbung der kurzen Wege und der besten Sportstätten durchsetzen Man muss jetzt nur die Fehler der letzten Bewerbung vermeiden“, zeigte sich Staatssekretär Schweitzer erfreut und optimistisch. Neben Salzburg haben noch Pyeongchang (Südkorea) und Sotschi (Russland) den Status eines offiziellen Kandidaten für die Winterspiele 2014 erhalten. ■

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Rekord bei TOP SPORT AUSTRIA

In ihrer zweiten Quartalssitzung am 30. Mai 2006 hat das Entscheidungsgremium von Top Sport Austria (TSA) Förderzusagen in einer Höhe von Euro 841.500 getätigt. 401.000 Euro fließen in das Förderungsprogramm „Spitzensport“, 134.000 Euro in „Olympia“, 50.500 Euro in die so genannten „Hope“-Projekte und 256.000 Euro in die Kaderförderung. Den öster¬reichischen Fachverbänden wurden damit heuer insgesamt bereits 1.462.500 Euro zugesprochen. Erstmals berücksichtigt wurde die neue Förderung des „Mental Service“ zuhanden des Österreichischen Bundesnetzes Sportpsychologie, das als psychologische Anlaufstelle für Athleten dient. Diese Serviceeinrichtung verfolgt das wichtige Ziel, sportpsychologische Beratung für und Betreuung von Athleten professionell und effizient anzubieten. ■

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Eine gesunde Zukunft für den Fußball in Europa

Staatssekretär Schweitzer und der ehemalige Sportminister von Portugal, Josè Luis Arnaut, präsentierten die aktuelle Studie „Independent European Sport Review 2006“ zur Frage, wie sich die Erklärung von Nizza im Fußball bestmöglich umsetzen lässt. Davon ausgehend, dass grenzenübergreifende Missstände, wie Doping, Korruption, illegale Wetten oder Geldwäsche, nur mit einem gemeinsamen, ganzheitlichen Ansatz gelöst werden können, wendet sich der Bericht gleichzeitig an Fußballinstitutionen, EU-Institutionen und nationale Behörden und weist darauf hin, dass die EU-Institutionen und die Entscheidungsträger im Fußball umfassend und entschlossen zu Werke gehen müssten, um im Fußball eine höhere Rechtssicherheit zu schaffen. Der Bericht wird nun 25 Parlamenten und Ministern, sowie der UEFA und FIFA vorgelegt und in die Conclusio der österreichischen Präsidentschaft aufgenommen. ■

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Sport als wirksames Instrument für Entwicklung und Frieden

Staatssekretär Schweitzer präsentierte anlässlich der Eröffnung des Europäischen Jugendgipfels der UNO („United Nations European Youth Leadership Summit“) einen zukunftsweisenden Bericht, wie Regierungen rund um den Erdball den Sport einsetzen, um entwicklungs- und friedenspolitische Ziele zu erreichen. Der Bericht wurde von der Internationalen Arbeitsgruppe „Sport für Entwicklung und Frieden“ (IAG SEF) zusammengestellt. Neben Schweitzer nahmen auch Maria Martens, Berichterstatterin des Entwicklungsausschuss des EU-Parlaments, sowie Dr. Djibril Diallo, Direktor des UN-Büros „Sport für Entwicklung und Frieden“ in New York, an der Veranstaltung teil. ■

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Schweitzer unterstützt Tegla Loroupe Foundation

Staatssekretär Schweitzer gab gemeinsam mit der mehrfachen Weltmeisterin im Marathonlauf Tegla Loroupe die österreichische Unterstützung der Tegla Loroupe Peace Foundation bekannt, einer Wohltätigkeitsorganisation, die zum Ziel hat, eine friedliche, soziale und ökonomische Entwicklung in Afrika zu fördern sowie Sport als Mittel zur Konfliktlösung, Friedensbildung und Armutsbekämpfung anzuwenden. Einer Tegla Loroupe Peace Academy wird für mindestens ein Jahr ein Lehrer zur Verfügung gestellt, der den Aufbau der Akademie unterstützen soll. ■

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