Montag, 15. Dezember 2003

Innenpolitik

Wirtschaft

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Kanzler Schüssel bei EU-Gipfel in Brüssel

Beim Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs am 12./13. 12. in Brüssel war Österreich durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und Finanzminister Karl-Heinz Grasser vertreten.
Zentrales Thema der vorläufig gescheiterten Verhandlungen war die neue EU-Verfassung, wobei aus österreichischer Sicht vor allem die Frage eines stimmberechtigten EU-Kommissars für jedes Mitgliedsland und die geplante Beistandspflicht im Vordergrund standen. Dissens herrschte vor allem über den künftigen Abstimmungsmodus (Stimmgewichtung) im EU-Ministerrat, dem Polen und Spanien unter Verweis auf den für sie günstigeren Vertrag von Nizza ihre Zustimmung verweigerten. Einen genauen Zeitplan über das weitere Vorgehen im Verfassungsstreit gibt es nicht. Die sechs EU-Gründerstaaten schließen die Bildung eines „Kern-Europa“ nicht aus.
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sprach in einer ersten Reaktion von einer „kalten Dusche“, trotzdem könnte es seiner Meinung nach bis 1. Jänner 2005 zu einer Einigung kommen. Die Bestimmungen von Nizza würden erst dann in Kraft treten, bis dahin werde es eine neue gemeinsame Position geben, sagte Schüssel. Man sollte das „vorläufige Scheitern“ auch nicht mit der EU-Erweiterung in Zusammenhang bringen, denn die Differenzen seien auch zwischen „großen und anderen großen“ und zwischen „alten und anderen alten“ Mitgliedsländern aufgetreten.
Der aktuelle Vorschlag zur EU-Beistandsverpflichtung, wonach der „spezifische Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedstaaten“ nicht beeinträchtigt werden soll, sei „sehr vernünftig“. Man werde versuchen, eine möglichst gemeinsame EU-Lösung zustande zu bringen. Er sei auch „sehr zuversichtlich“, dass die Regierung „eine breite österreichische Zustimmung“ zu einer Beistandsklausel bekomme.
Österreich soll sich nach Meinung Schüssels voll an einer möglichen verstärkten Zusammenarbeit einiger EU-Mitgliedstaaten beteiligen. „Österreich darf sich als Herzland Europas nicht in die zweite Liga abdrängen lassen“, so der Bundeskanzler in einem Interview in der Wiener Zeitung (15.12.). Solche Kooperationen werde es vor allem bei der gemeinsamen Außenpolitik und im Bereich der inneren Sicherheit und der Justiz geben. „Dort soll Österreich dabei sein. Das heißt nicht, dass wir einem militärischen Bündnis beitreten“, betonte Kanzler Schüssel.

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Nationalrat ratifizierte EU-Beitrittsverträge

Der österreichische Nationalrat ratifizierte am 3.12. die Beitrittsverträge der zehn neuen EU-Staaten und hieß damit Polen, Ungarn, Slowenien, die Slowakei, Tschechien, Litauen, Estland, Lettland, Zypern und Malta herzlich willkommen. Österreich ist der sechste der 15 EU-Staaten, der die Ratifizierung vorgenommen hat. Redner aller vier Parlamentsparteien würdigten die Erweiterung der Union als historisches Ereignis und große Chance für Österreich. Mit 1. Mai 2004 wächst die EU auf 25 Mitgliedstaaten und 455 Millionen Einwohner.
„Wir freuen uns auf Sie“, rief Bundeskanzler Wolfgang Schüssel den neuen Mitgliedsländern zu und sprach von einem „großen Tag“. Gleichzeitig verwies Schüssel jedoch auch auf die Herausforderungen in einer erweiterten Union und forderte die Lösung anstehender Probleme.

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Bundeskanzler Schüssel: Bekenntnis zu europäischer Solidarität

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nahm am 9.12. im Hauptausschuss des Nationalrates zur europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik Stellung: „Ich bekenne mich absolut zur europäischen Solidarität“, sagte Schüssel. Die angestrebte Weiterentwicklung einer EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik bedinge eine Verfassungsänderung, eine Modifikation der österreichischen Neutralität, würde jedoch nicht das Ende der Neutralität bedeuten.
Der Bundeskanzler verwies dabei auf das Beispiel des Irak-Krieges. „Egal welche der jetzt vor-liegenden Formulierungen angewendet würde, Österreichs Neutralität wäre wie im Fall des Irak-Krieges davon nicht berührt“, betonte Schüssel.
Nach dem Ministerrat am 10.12. begrüßte der Bundeskanzler den Vorschlag des italienischen EU-Vorsitzes zur geplanten Beistandspflicht als „kluge Synthese aus der bisherigen Diskussion“ und bekannte sich vor Journalisten grundsätzlich zu einer Beistandsverpflichtung. Eine erstmals klare Solidaritätsverpflichtung werde „ein Mehr an Sicherheit für Österreich“ bringen. Österreich werde aber weiterhin eigenständig über den Einsatz der Mittel entscheiden können, erklärte der Bundeskanzler.
Ausdrücklich würdigte Schüssel auch den Vorstoß der vier bündnisfreien Staaten, wonach eine absolute (militärische) Beistandsgarantie abgelehnt wird.

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Lettlands Ministerpräsident Repse in Wien

Der lettische Ministerpräsident Einars Repse traf am 1.12. mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in Wien zu Gesprächen zusammen. Erörtert wurden bilaterale Themen und die künftige EU-Verfassung. Lettland fordert wie Österreich die Beibehaltung des Prinzips eines stimmberechtigten EU-Kommissars für jeden Mitgliedstaat. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten als konfliktfrei und freundschaftlich.
Lettland ist mit einem pro Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 33% des EU-Durchschnitts das ärmste der zehn EU-Beitrittsländer. Mit 6,1% im Jahr 2002 weist die Baltenrepublik aber auch das höchste Wirtschaftswachstum der Kandidatenländer auf.

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ÖBB-Reform im Nationalrat beschlossen

Die Reform der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wurde am 4.12. im Nationalrat mit den Stimmen der beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ beschlossen. Demnach werden die ÖBB ab 2004 schrittweise in neun Unternehmen geteilt, an deren Spitze eine Holding steht, der die strategische Koordination obliegt. Für Personenverkehr, Güterverkehr, Infrastruktur Bau und Infrastruktur Betrieb werden jeweils eigene Aktiengesellschaften gegründet. Eine eigene Dienstleistung GmbH soll überzählige Mitarbeiter umschulen bzw. an Private weitervermitteln. Ein neues ÖBB-Dienstrecht wird zwischen Vorstand und Gewerkschaft ausverhandelt. Infrastrukturminister Hubert Gorbach sprach von einem „Meilenstein in der verkehrspolitischen Geschichte Österreichs“ und verwies auf entsprechende EU-Vorgaben zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

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Flüchtlingsbetreuung: Finanzierung fix

Endgültig einigten sich Bund und Länder über die Aufteilung der Kosten für die Bundesbetreuung von Flüchtlingen im Verhältnis von 60 zu 40%. Die Regelung soll mit 1. Mai 2004 in Kraft treten. Hilfsorganisationen fordern bis dahin eine Übergangslösung. In der Vereinbarung enthalten sei auch die Aufteilung der AsylwerberInnen nach der Einwohnerzahl des jeweiligen Bundeslandes, wie Innenminister Ernst Strasser am 1. 12. nach dem einstimmigen Beschluss der Landeshauptleutekonferenz in Tirol berichtete. Vorgesehen sei auch, dass bei längeren Asylverfahren der Bund die gesamten Kosten übernehme, so Strasser.
Angaben des Innenministeriums zufolge geht es um die Finanzierung der Grundversorgung (Unterkünfte, Verpflegung, medizinische Versorgung) von bis zu 19.000 Personen. Die Kosten werden auf 150 bis 160 Mio. Euro geschätzt. Derzeit befinden sich knapp 8.900 AsylwerberInnen in Bundesbetreuung.

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Kanzler Schüssel zu Arbeitsmarktdaten: „Richtig gesetzte Maßnahmen“

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel betonte im Zusammenhang mit den Arbeitsmarktdaten für November, dass Österreich mit einer Arbeitslosenrate von 4,5% „noch immer in der Spitzengruppe in Europa“ liege. Gegenüber dem Vorjahr habe man zwar um 11.000 Arbeitslose mehr zu verzeichnen, gleichzeitig aber auch 25.000 neue Arbeitsplätze vorzuweisen. Positiv bewertete Schüssel, dass die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit im Vergleichszeitraum um sechs Tage reduziert werden konnte. Festzustellen sei eine regional stark abweichende Entwicklung der Arbeitslosenrate. Während in den Bundesländern Kärnten, Burgenland und Oberösterreich eine rückläufige Tendenz herrsche, weise Wien rd. 85% des Zuwachses an Arbeitslosen auf. „Zum ersten Mal haben wir auch einen Rückgang der Arbeitslosenrate bei den 15- bis 19jährigen. Unsere Lehrstellenoffensive hat zu einem Stillstand des Zuwachses von Arbeitslosen geführt. Die Wachstums- und Jugendbeschäftigungsprogramme der Bundesregierung sind richtig gesetzt. Noch immer problematisch ist aber die Situation im Bereich der 19- bis 25jährigen. Wir antworten darauf mit verstärkten Schulungsmaßnahmen“, sagte der Bundeskanzler.

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Ferrero-Waldner bei EU-NATO-Treffen

Am Rande des Euro-Atlantischen Partnerschaftsrates in Brüssel (4.12.) nahm Außenministerin Benita Ferrero-Waldner an einem Treffen der Außenminister der EU- und NATO-Staaten teil. Laut Aussendung des Außenministeriums wies die Ministerin dabei auf Österreichs positive Erfahrungen mit gemeinsamen Einsätzen im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) – wie etwa in Mazedonien – hin. Dieser ESVP-Einsatz Concordia habe den Nachweis geliefert, dass die EU-NATO-Vereinbarungen im Krisenmanagement funktionieren. Österreichs Beteiligung an Friedensmissionen würden weiter auf den Balkan konzentriert sein.

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Schüssel: Steuerreform sozial ausgewogen

Zum Auftakt der Verhandlungen der Bundesregierung über die große Steuerreform 2005 am 5.12. betonten namhafte Wirtschaftsforscher, Österreich sei nach wie vor ein attraktiver Standort für Betriebe, müsse aber auf die kommenden Herausforderungen durch die neuen Beitrittsländer vorbereitet sein. Gefordert wird in diesem Zusammenhang eine Vereinfachung des Steuersystems und eine deutliche Senkung der Abgabenquote. Dazu der stellvertretende Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Karl Aiginger: „Österreich braucht eine attraktive Standortpolitik. Die Förderung der Forschung, der Ausbildung, der Infrastruktur sowie eine aktive Headquarterpolitik sind die vier entscheidenden Wachstumsfaktoren für eine aktive Konjunkturbelebung.“ Bundeskanzler Wolfgang Schüssel unterstrich neuerlich den Umfang des zweiten Entlastungspaketes für 2005 in Höhe von netto 2,5 Mrd. Euro. „Dieses Paket muss eine soziale Ausgewogenheit haben. Es kann nicht nur eine einseitige Entlastung für die Wirtschaft sein. Es muss eine Balance geben, die sozial, fair und gerecht ist“, sagte Schüssel. Konsens besteht in der Bundesregierung darüber, dass es durch diese Steuerreform zu einer Vereinfachung und zu einer umfassenden Strukturreform kommen muss. „Wir werden aber auch dem Steuerbetrug mit aller Härte nachgehen. Und das wird umso einfacher sein, je weniger kompliziert das System ist“, so der Bundeskanzler. Schüssel nannte u.a. durchschaubare Tarife und eine Durchforstung der Ausnahmeregelungen. Gleichzeitig mahnte er die Einhaltung der Stabilitätskriterien ein. „Gesunde Staatsfinanzen sind ein Ziel, das nicht in Vergessenheit geraten darf, denn dieses Kriterium wurde auch zu einem riesigen Standortvorteil für Österreich und damit natürlich auch zum Vorteil für die kleinsten Einkommen, etwa durch niedrige Zinsen“, erklärte Schüssel.
Finanzminister Karl-Heinz Grasser kündigte ein neues Tarifsystem bei der Lohn- und Einkommenssteuer an, um „Entlastungen und entsprechende Kaufkraftsteigerungen“ zu erzielen.

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Finanzminister Grasser in den USA

„Sehr zufrieden“ zeigte sich Finanzminister Karl-Heinz Grasser mit den Ergebnissen seiner jüngsten Reise in die USA. „Die Investorenkonferenz war das substanziellste Auftreten Österreichs in New York seit langer Zeit“, sagte Grasser am 4. 12. zum Abschluss seines mehrtägigen Besuches in New York und Washington gegenüber der Austria Presse Agentur (APA). Österreich werde stärker als jedes andere Land von der EU-Erweiterung profitieren, „das heißt höheres Wachstum und höhere Profite“. Nun gelte es, auch den internationalen Investoren, diese Stellung als „Brückenkopf zu Osteuropa“ zu vermitteln, erläuterte Grasser. Ein einzelnes Unternehmen könne in den USA eher wenig bewegen, der gemeinsame Auftritt von 15 Unternehmen, dem Finanzminister und der Wiener Börse bei der Investorenkonferenz in New York habe hingegen einen umfassenden Eindruck hinterlassen. Auch der ehemalige US-Finanzminister Robert Rubin habe das konzentrierte Werben um Investoren für Österreichs Wirtschaft gelobt. Positiv seien auch seine Gespräche mit US-Finanzpolitikern und Notenbankchef Alan Greenspan verlaufen, resümierte Grasser: „Das Vertrauen in den Aufschwung ist da“. Im dritten Quartal verzeichnete die US-Wirtschaft ein hohes Wachstum, auch im vierten Quartal werde sich die Wachstumsrate „absehbar sehr positiv“ entwickeln. „Das wird für die Weltwirtschaft und für Europa ein wichtiger Impuls sein“, so Grasser.

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Ukrainischer Wirtschaftsminister Valerij Choroschkivskij in Wien

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein traf am 1. 12. mit seinem ukrainischen Ressortkollegen Valerij Choroschkivskij in Wien zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Erörtert wurden insbesondere die erfreuliche Entwicklung der bilateralen Beziehungen sowie Ukraines Ersuchen um Österreichs Unterstützung beim Beitritt zur WTO und bei der Zuerkennung des Markwirtschaftsstatus für die Ukraine. „Was die Entwicklung des bilateralen Warenverkehrs mit der Ukraine anbelangt, so kann heuer durchaus von einem Exportrekord für Österreich gesprochen werden“, zeigte sich Bartenstein im Vorfeld sehr zufrieden. Die heimischen Ausfuhren hätten zwischen Jänner und August 2003 einen Wert von 228,6 Mio. Euro erreicht, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 31,8% bedeute. Die Bemühungen der Ukraine um einen raschen Beitritt zur WTO würden durch Österreich voll unterstützt. Zudem würde die Ukraine als direkter Nachbar der erweiterten EU im Rahmen der Initiativen „Neue Nachbarn“ und „Wider Europe“ bereits verstärkt in die Zusammenarbeit mit der Europäischen Union ein-gebunden, sagte Bartenstein.

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Wachstums- und Standortgesetz 2003

Am 3.12. wurde im Nationalrat das „Wachstums- und Standortgesetz“ beschlossen. Der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Reinhold Mitterlehner, begrüßte dieses „Konjunkturpaket III“ als „wesentliche und richtige Unterstützung des Wirtschaftswachstums in Österreich, welches gerade zum richtigen Zeitpunkt kommt, um der langsam anspringenden Konjunktur einen ordentlichen Impuls zu geben. Zugleich tragen die darin enthaltenen Maßnahmen zur Strukturverbesserung des Wirtschaftsstandortes Österreich bei“, sagte Mitterlehner. Mitterlehner ist überzeugt, dass das Wachstums- und Standortgesetz 2003 sowohl kurz- als auch mittelfristig eine positive Wirkung haben werde. Als kurzfristig wirksame Maßnahme sieht der WKÖ-Experte vor allem die Verlängerung der Investitionszuwachsprämie auf 2004. Ein Beweis dafür sei, dass die Bau- und Ausrüstungsinvestitionen in Österreich heuer um über 2% anstiegen. Mittelfristige Auswirkungen hätte insbesondere die strukturelle Neuausrichtung von Forschung und Entwicklung. „Neben einer Verbesserung der indirekten Forschungsförderung – so wird etwa der Forschungsfreibetrag von 15 auf 25% und die Forschungsprämie von 5 auf 8% angehoben – ist vor allem eine Steigerung und Verstetigung der Forschungsförderung im Rahmen der Nationalstiftung vorgesehen. Damit sind mehrjährige Forschungsprogramme leichter plan- und finanzierbar“, so Mitterlehner.

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„Unternehmensführerschein“ für Schüler

Schulen sollen Kinder besser auf das Leben vorbereiten. Diese Forderung nahmen Wirtschaftskammer (WKÖ) und Bildungsministerium zum Anlass, einen sogenannten „Unternehmensführerschein“ einzuführen. „Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Ministerium eine Weltneuheit geschaffen“, betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl am 3.12. bei der Projektpräsentation. Der Unternehmensführerschein besteht aus insgesamt vier aufbauenden Modulen.
In der ersten Phase lernen die Schüler Grundbegriffe und Zusammenhänge der Wirtschaft kennen. Später kommen volkswirtschaftliche Inhalte und betriebswirtschaftliche Grundlagen dazu. Nach der Matura kann darauf aufbauend die Unternehmerprüfung abgelegt werden. Ministerin Elisabeth Gehrer sprach von einem wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Verständnis.

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Siemens Österreich wächst im Osten

Siemens Österreich ist zum fünften Mal in Folge die „schönste“ – weil ertragreichste – Tochter des Konzerns, wie Siemens Österreich-Chef Albert Hochleitner am 11.12. bei der Bilanzpressekonferenz erklärte. Zunehmend tragen allerdings die rasant wachsenden eigenen Töchter in Zentral- und Osteuropa zur Attraktivität bei. Nach einem „schwierigen“ Geschäftsjahr 2003 (per Ende September) will man im angelaufenen Jubiläumsjahr bei Umsatz und Gewinn wieder zweistellig zulegen. Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 30 Mio. Euro für das Elektronikwerk Wien und die Softwaresparte PSE hätten der Siemens-Gruppe Österreich zuletzt bei einem leichten Umsatzwachstum – plus 1,4% auf 3,733 Mrd. Euro – ein Ergebnisminus von 11% auf ein EGT von 287 Mio. Euro beschert, berichtete Hochleitner. Während Österreich selbst nur marginal wuchs, legten die Töchter in der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien-Montenegro und Rumänien um 23% beim Umsatz (auf 750 Mio. Euro) und um 59% beim Ergebnis (auf 22 Mio. Euro) zu. 2004 soll Bulgarien dazukommen. Siemens Österreich hat ambitionierte Vorgaben: Man will stärker wachsen als der Markt und in Zentral- und Osteuropa pro Jahr ein Prozentpunkt Marktanteil dazugewinnen.

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Voest-Alpine: 55 Mio.-Euro-Aufträge aus GUS

Der Voest-Alpine Industrieanlagenbau (VAI) in Linz sicherte sich aus der GUS zwei Aufträge im Gesamtwert von 55 Mio. Euro, gab das Unternehmen am 4. 12. in einer Presseaussendung bekannt. Die Aufträge betreffen Stranggießanlagen für Stahlwerke in Sibirien und in der Ukraine. Für die Evrazholding im westsibirischen Hüttenwerk Novokuznetsk in Russland soll der VAI eine zweisträngige Brammenstranggießanlage mit einem Auftragswert von ca. 35 Mio. Euro errichten, für das Hüttenwerk Iljitsch in Mariupol in der Ukraine eine Einstrangbrammenanlage um rd. 20 Mio. Euro. Mit beiden Unternehmen unterhält der VAI seit Jahren Geschäftsbeziehungen. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen 80 Mio. Euro-Auftrag von der Evrazholding., einem der vier großen privaten Stahlerzeuger Russlands. Aus dem gesamten Gebiet der GUS konnte der VAI heuer Aufträge von mehr als 170 Mio. Euro verbuchen. Das entspreche einer Steigerung von über 50% gegenüber 2002, so VAI-Vorstands-vorsitzender Gerhard Falch.

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Staatssekretär Franz Morak für Medienfreiheit bei UN-Informationsgipfel in Genf

Beim UN-Weltinformationsgipfel in Genf betonte Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak in einer Ansprache die Wichtigkeit von Menschenrechten und Medienfreiheit in der Informationsgesellschaft. In einem Round-Table-Gespräch zu „Diversität im Cyberspace“ wies er weiters auf die eminente Bedeutung des Contents für die Informationsgesellschaft hin: Für innovative und vielfältige Inhalte benötige es „adäquate Rahmenbedingungen“. Initiativen wie der „World Summit Award“ böten hier zusätzliche Impulse. Dieser Preis, in acht Kategorien vergeben, geht auf eine Initiative des International Center for New Media in Salzburg zurück. Aus 136 Ländern kamen 800 Einreichungen. Mit je einem „World Summit Award“ wurden zwei österreichische Bewerber ausgezeichnet: das oberösterreichische Unternehmen Fabasoft mit einem Online-eLearning-Tool für öffentliche Institutionen und das „Intersport Rent a Ski Webportal“ aus dem Hause Prokom.

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Staatssekretär Morak fördert Kulturprojekte zur Integration behinderter Menschen

Anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung 2003 wurde von Staatssekretär Morak ein Würdigungspreis und ein Förderungspreis für Kulturprojekte zur Integration behinderter Menschen ausgeschrieben. Mit diesen Preisen sollen Projekte gefördert werden, die „unter aktiver Einbeziehung behinderter Menschen eine Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung für die vielfältigen Begabungen behinderter Menschen und deren nachhaltige gesellschaftliche Integration zum Ziel haben“, betonte Morak anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger: den Würdigungspreis erhält die Performancegruppe „Bilderwerfer“; der Förderungspreis geht an den steirischen bildenden Künstler Werner Schmeiser.

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Hans Koller Preis 2003

Der nach dem großen österreichischen Saxophonisten und Bildenden Künstler benannte Hans Koller Preis 2003 wurde in diversen Kategorien im Wiener Jazzlokal „Porgy & Bess“ verliehen – u.a. von Staatssekretär Morak, dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und „Vienna Art Orchestra“-Leiter Mathias Rüegg. Das Bundeskanzleramt stiftete zwei Preise: „Musiker des Jahres“ wurde der aus Brasilien stammende Gitarrist, Sänger und Komponist Alegre Correa (43), der durch seine vielfältige Arbeit der improvisierten Musik in Österreich in den letzten 15 Jahren wesentliche Impulse gegeben hat. Zur „CD des Jahres“ wurde „Don’t play, just be“ des Komponisten, Trompeters/Flügelhornisten und Bandleaders Franz Koglmann gekürt, eine Arbeit, die in Kooperation mit herausragenden Musikern aus dem Bereich der Neuen Musik (Klangforum Wien) entstanden ist und in der sich Jazz- und klassische Idiome aneinander reiben – mit Originalität und Witz. Den „European Jazz Prize“, gestiftet von der Stadt Wien und der Bank Austria, erhielt Gitarrist Wolfgang Muthspiel. Der „Newcomer des Jahres“, gestiftet von Bank Austria und Universal Music, ist Wunderbassist Georg Breinschmid, der vor wenigen Jahren noch dem Orchester der Wiener Staatsoper angehörte, mit den Wiener Philharmonikern auf Japan- und China-Tournee war, bevor er den Risikoberuf eines avantgardistischen Jazzmusikers wählte. Als „Sideman des Jahres“, gestiftet vom Austrian Music Office, gilt der international hochgeschätzte Schlagzeuger Christian Salfellner. Thomastik Infeld, berühmt u.a. für die Saitenproduktion von Streichinstrumenten, stiftete das „New York Stipendium“, das die junge Vokalistin Simone Kopmajer (22) und der Schlagzeugindividualist Herbert Pirker (22) erhielten. Der „Publikumspreis“, ermittelt von Lesern der „Jazz-Zeit“, ging an den Trompeter Lorenz Raab.

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Wiener Festwochen 2004

53 Produktionen, darunter 11 Uraufführungen und Auftragswerke in 221 Vorstellungen, KünstlerInnen aus 19 Ländern und insgesamt 76.200 aufgelegte Karten – dies sind die gegenüber 2003 deutlich gesteigerten Eckzahlen der Wiener Festwochen 2004, die offiziell von 7.5. bis 20.6. dauern, deren erste Aufführung – Heiner Müllers „Der Auftrag“ – jedoch bereits am 30.4. über die Bühne geht. Schwerpunkte: das Bürgerkriegsjahr 1934; das musikalische Werk Anton von Weberns, interpretiert u.a. von den Wiener Philharmonikern, dem Klangforum Wien und dem Arnold Schoenberg-Chor; die Stücke Henrik Ibsens; die Neusicht auf die Antike sowie die Umsetzung von Marcel Prousts Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ durch den flämischen Regisseur Guy Cassiers mit Mitteln des Theaters, der Musik und der Bildenden Kunst. Klassiker der Moderne wie Schönberg, Strawinskij, de Falla oder Debussy werden ebenso geboten wie tschechische Klassiker – Dvoraks 100. Todestag und Leos Janaceks 150. Geburtstag stehen an. An modernen Opern werden u.a. Johannes Maria Stauds „Berenice“ und Friedrich Cerhas „Der Rattenfänger“ inszeniert. Robert Quittas „Molière stirbt“ geht mit Musik von Marc-Antoine Charpentier über die Bühne. Neue Klänge wird man bei „zeit_zonen“ vernehmen: der amerikanische DJ Spookie remixt den Filmklassiker „Birth of a Nation“ und österreichische Szene-Stars wie Richard Dorfmeister und Rupert Huber bieten ihre „Hausmusik“. Das musikalische Programm der Festwochen wird von Pierre Boulez und seiner Komposition „Répons“ eröffnet. Weitere Dirigenten sind u.a. Ricardo Muti, Mariss Jansons, Nikolaus Harnoncourt und Jordi Savall. Als Solisten treten u.a. Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, Maurizio Pollini und Thomas Hampson auf.
Markante politische Akzente setzt das Theaterprogramm: In „Children of Herakles“ erzählt Peter Sellars von Flüchtlingsschicksalen zwischen Unterdrückung und Vertreibung. Nicht minder politisch thematisiert Martin Crimps Herakles in seiner Festwochen-Uraufführung „Cruel and Tender“. Auf einen neuralgischen Punkt der österreichischen Geschichte drückt „Das Wörterbuch des Schweigens“: In fünf Projekten setzen sich verschiedene Ensembles mit dem Bürgerkrieg in Österreich 1934 auseinander – u.a. das Grazer „Theater am Bahnhof“. Das Jüdische Museum zeigt von 19.5. bis 31.10. die Ausstellung „Wien, Stadt der Juden“: sie beschwört die Welt von Friedrich Torberg Klassiker „Die Tante Jolesch“. Weitere Infos zum faszinierenden Programm unter: 0043/1/589 22 22; schriftliche Kartenbestellungen per Fax: 0043/1/589 22 49, mailto: kartenbuero@festwochen.at; www.festwochen.at

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Helsinki: „Musica nova“ mit „Focus Wien”

Das Avantgardemusik-Festival “Musica nova” in Helsinki (Finnland) steht 2004 im Zeichen österreichischer Gegenwartsmusik. Unter dem vorläufigen Titel „Focus Wien“ werden von 27.2. bis 7.3. u.a. Werke der Komponisten H.K. Gruber, Georg Friedrich Haas, Olga Neuwirth und Johannes Maria Staud aufgeführt. Der künstlerische Festival-Leiter, der finnische Komponist Kimmo Hakola, möchte die Veranstaltung als musikalischen Diskurs über das Wienertum in der „klassischen Musik“ der letzten Jahrhunderte bis in die Gegenwart verstanden wissen. Deshalb bietet das Programm auch Werke u.a. von Mahler, Schönberg, Schreker und Friedrich Gulda. Ein ganzer Tag des Festivals ist dem Schaffen Anton von Weberns gewidmet, das von Bernhard Günther, einem der Referenten des mica (music information center austria) und Herausgeber des epochalen „Lexikons zeitgenössischer Musik aus Österreich“ (ISBN 3-901837-00-0), vorgestellt wird. Gruber, Haas, Neuwirth und Staud werden zur Aufführung ihrer Stücke persönlich in Helsinki erwartet. Das seit 1997 alljährlich stattfindende „Musica nova“-Festival möchte u.a. durch Workshops und Spezialprogramme Kindern die „ernste“ Musik der Gegenwart zugänglich machen. www.musicanova.fi

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Salzburger Festspiele 2004

Die Salzburger Festspiele 2004 bieten von 24.7. bis 31.8. sieben Opern-, 11 Theaterproduktionen und zahlreiche Konzerte. Opern: Neu inszeniert werden Purcells „King Arthur“, Mozarts „Cosi fan tutte“, Strauss’ „Der Rosenkavalier“ und Korngolds „Die tote Stadt“. Die im Vorjahr umstrittene „Entführung aus dem Serail“-Inszenierung Stefan Herheims soll überarbeitet wieder gezeigt werden; Prokofjews „Krieg und Frieden“ und Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“ werden konzertant gegeben. Am Theatersektor kommt es zu einer Wiederaufnahme von Christian Stückls publikumswirksamer „Jedermann“-Inszenierung, Tschechows „Die Möwe“ inszeniert Jungregisseur Falk Richter, Marlowes „Edward II“ Sebastian Nübling, O’Neills „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ Elmar Goerden. Weiters inszeniert Niklaus Helbling „Heimat, deine Sterne“ und Franz Castorf Pitigrillis „Kokain“. Beim „Young Directors Project“ stellt sich eine junge Regiegeneration vor: Christiane Pohle (Deutschland) mit Joanna Laurens’ „Fünf Goldringe“, Mika Myllyaho (Finnland) mit Shakespeares „Hamlet“ und Alex Rigola (Katalanien/Spanien) mit Brechts „Santa Joana dels Escorxadors“, der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“. Dichter zu Gast wird Tankred Dorst sein; Seiji Ozawa, Riccardo Muti, Christoph Eschenbach, Georges Pretre und Nikolaus Harnoncourt dirigieren die fünf traditionellen Doppelkonzerte der Wiener Philharmoniker. Insgesamt haben die Festspiele – von deren grandiosem Programm hier nur ein kurzen Überblick geboten werden kann – 217.000 Karten für 181 Veranstaltungen aufgelegt. Infos: www.salzburgfestival.at;
Tel.: 0043/0/662/8045-500;
mailto: info@salzburgfestival.at

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MAK: „Der Preis der Schönheit – Zum 100. Geburtstag der Wiener Werkstätte“

„Die Wiener Werkstätte“ hat sich in der Zeit von 1903 bis 1932 zum Ziel gesetzt, einem erstarrten Historismus sachliche Eleganz, klare Formen und schlichte Materialien entgegenzusetzen. Treibend in dieser Bewegung waren der designbegeisterte Mäzen Fritz Wärndorfer und Künstler wie der Architekt Josef Hoffmann und der Maler Koloman Moser, die den gesamten Bereich des alltäglichen Bedarfs – Architektur, Möbel, Porzellan, Glas und Mode – revolutionierten. Mit seinem einzigartigen Archivmaterial gelang dem Museum für Angewandte Kunst (MAK) eine von Heimo Zobernig gestaltete Ausstellung, die zum 100. Geburtstag der „Wiener Werkstätte“ sowohl Managemententscheidungen als auch Entwurfsprozesse sichtbar macht. Insgesamt sind in einem Vitrinensystem 1200 Objekte von 95 Leihgebern zu sehen. Eine wissenschaftliche Vortragsreihe mit internationalen Mode-Entwerfern und Designtheoretikern begleitet die Ausstellung. Wer traumhaft schöne Sachen liebt – Vasen, Essbestecke, Moccatassen, Kleider, Stoffe, Schmuck, bis zum Architekturmodell von Hoffmanns berühmten Palais Stocklet in Brüssel – sollte die Schau und auch den MAK-Shop nicht missen. Bis 7.3.2004. www.mak.at

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Styriarte 2004

“Von Zeit zu Zeit” lautet das Motto der Styriarte, von 19.6. bis 27.7. Von der Lebenszeit zur Gotteszeit, aus der Vergänglichkeit in die Ewigkeit führt das steirische Festival. Nikolaus Harnoncourt, der Spiritus rector, gibt zehn Konzerte, u.a. in der Pfarrkirche von Stainz das Requiem von Heinrich Ignaz Franz Biber, dessen Todestag sich 2004 zum 300. Mal jährt. Der Dirigent erarbeitet auch Telemanns Oratorium „Das jüngste Gericht“ bzw. Beethovens Tripelkonzert. Anlässlich des 100. Todestages von Antonin Dvorak wird sein Requiem mit dem Orchester „recreation“ unter Stefan Vladar aufgeführt. Auf Schloss Eggenburg inszenieren Lorenz Duftschmid und Thomas Höft ein „Fest der Vergänglichkeit“. Das Fest „A la recherche du temps“, mit dem Pianisten Pierre Laurant Aimard und dem Chamber Orchestra of Europe geht in der Grazer Helmut-List-Halle über die Bühne, dem Ort für die meisten Konzerte. Eine „Musique du temps“ spielen die Familie von Jordi Savall, mit seiner Frau Montserrat Figueras (Sopran), Tochter Adrianna (Harfe) und Sohn Ferran (Gitarre/Theorbe). Das fulminante Programm – u.a. mit Klavierabenden von Andreas Staier, Markus Schirmer - en detail: www.styriarte.at

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Roy Lichtenstein im Kunstforum Wien

Das BA-CA Kunstforum in Wien präsentiert bis 7.3.2004 erstmals in Österreich eine umfangreiche Personale von Roy Lichtenstein, einem der großen Vertreter der US-Pop Art. Über 45 Gemälde und eine konzentrierte Auswahl von Arbeiten auf Papier geben Einblick in sein vielfältiges Schaffen. Die einmalige Ausstellung, deren Exponate großteils in Europa noch nie zu sehen waren, wurde in Kooperation mit der Roy Lichtenstein Foundation, zahlreichen internationalen Museen – u.a. Solomon R. Guggenheim Museum New York, Stedelijk Museum Amsterdam, Museum Moderner Kunst - MUMOK Wien – und vielen privaten Sammlungen realisiert. Primäre Inspirationsquelle des Künstlers ist seine soziale Umgebung. Die Gesellschaft, ihre Klischees und Verhaltensmuster – der Medienbrei aus Brutalität und Sentimentalität -, Idole, Celebrities, die Werbemuster, etc. sind nahezu unerschöpfliches Feld für neue Bildkonzeptionen. Im übrigen liebte der Star der Pop Art keineswegs die Popmusik, sein Herz schlug für den Jazz und da besonders für Altsaxophonisten wie Charlie „Bird“ Parker, Julian „Cannonball“ Adderley und Ornette Coleman. 70-jährig lernte Lichtenstein bei Hayes Greenfield Altsax und übte bis zu acht Stunden täglich. Der Lehrer hält Roy für „ein Naturtalent“, einen „großartigen Musiker“. Darüber gibt die CD „The Music of Roy Lichtenstein“ Auskunft und ein entsprechendes Rahmenprogramm im Kunstforum. www.kunstforumwien.at

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Burgtheater: Elfriede Jelineks „Bambiland“

Durch eine virtuelle (Konsum)Welt vermittelte soziale Muster wie ein Gemisch von Brutalität und Sentimentalität sind auch wesentliches Thema des jüngsten aufsehenerregenden Stücks „Bambiland“ von Elfriede Jelinek, das der deutsche Regisseur Christoph Schlingensief im Wiener Burgtheater inszeniert hat – für ihn Mittelstück einer Trilogie der theatralen Umsetzung der Diskussion über Berührungspunkte von Terrorismus und Kunst, die mit „ATTA ATTA“ an der Berliner Volksbühne begann (2003) und mit seiner „Parsifal“-Inszenierung für Bayreuth (2004) enden wird. www.burgtheater.at

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